Freund zum Verlieben, Ein
(Next Best Thing, The)

USA 2000, 98min
R:John Schlesinger
B:Tom Ropelewski
D:Madonna,
Rupert Everett,
Lynn Redgrave,
Illeana Douglas
L:IMDb
„Ich will mein Baby nicht auf diese Weise kriegen.”
Inhalt
Abbie (Madonna) ist eine reichlich verwirrte Frau. Ihr Beziehungen enden regelmäßig in einer Katastrophe und der einzige Mann, mit dem sie sich normal unterhalten kann, ist ihr schwuler Kumpel Robert (Rupert Everett). Als die beiden zufällig ein Kind bekommen, beschließen sie zusammenzuziehen. Abbie verzichtet gänzlich auf Beziehungen, während Robert sich mit einem Kardiologen vergnügt. Als dann urplötzlich Ben (Benjamin Bratt) die Bühne betritt, ist es um Abbie geschehen. Sie will nun mit Ben zusammenziehen und ihren Sohn Sam mitnehmen. Robert zieht dagegen vor Gericht.
Kurzkommentar
"Ein Freund zum Verlieben" will Liebesfilm und Komödie zugleich sein, ist allerdings weder romantisch noch witzig. Die Charaktere sind blass, die Handlung unlogisch, die Witze ziehen nicht. Dass das ganze Geschehen auch noch nach typischem Hollywoodmuster gestrickt ist, und jeden lobenswerten Ansatz im Keim erstickt, indem man Kitsch in Kübeln drübergießt, gibt dem Zuschauer den Rest. Die Geschichte ist ohne Probleme vorhersehbar: Achtung, einen großen Bogen um diesen Film machen!
Kritik
Pünktlich zur diesjährigen Oscar-Verleihung wurde Madonna eine ganz besondere Ehre zuteil. Sie wurde mit dem Golden Raspberry Award für die schlechteste Schauspielerin des Jahrhunderts ausgezeichnet. Mit "Ein Freund zum Verlieben" versucht sie nun, auch im 21. Jahrhundert diesen Preis zu gewinnen. In dieser romantischen Komödie gibt es viel zum Lachen, wenig davon ist allerdings von den Machern so gedacht. Die eigentlichen Witze ziehen überhaupt nicht, oft dauert es Minuten bis man bemerkt, dass da gerade eine Pointe vorbeigehuscht ist.

Das Attribut Hollywoodfilm, das man diesem Film unbedingt verleihen muss, strahlt einen in jeder Szene freudig an. Mit dem Trichter bekommt man das Wertedenken der "political correctness" Generation eingeflößt. Ein Schwuler, der mit einer Hetero-Frau ein Kind bekommt, lockt doch in Deutschland keinen Hund hinterm Ofen hervor. Die Handlung ist weder provokant, noch romantisch oder auch nur ansatzweise unterhaltsam. Der Film plätschert vor sich hin wie ein leiser, nicht enden wollender Gebirgsbach. Die "überraschenden" Storytwists animieren zum lauten Loslachen.

Eins muss man "Ein Freund zum Verlieben" zu gute halten. Er ist keine typische romantische Komödie. Er ist viel schlimmer. Dieser Film lässt jedweden Charme vermissen, eine Identifikation mit den Charakteren findet nicht statt. Das hanebüchene Ende setzt dieser Misere auch noch die Krone auf. Wer braucht diesen Film? Für Kinder sind die Witzchen zu hoch, ein Erwachsener entdeckt ja den Sinn nach einer gewissen Weile, aber die Jüngsten unter uns sind hier eindeutig überfordert. Das frischverliebte Pärchen sollte diesen Film ebenfalls um jeden Preis verpassen und stattdessen in "Glauben ist Alles" gehen. Bestenfalls als Videokassette für Leute mit Schlafproblemen hat "Ein Freund zum Verlieben" seine Daseinsberechtigung.

Ein abschließendes dickes Pfui noch an den deutschen Verleih. Die Synchronisation ist unter aller Sau, und der äußerst merkwürdig gewählte Titel soll einen wohl an den miserablen Adam Sandler/Drew Barrymore Filmversuch "Eine Hochzeit zum Verlieben" erinnern. Dieser Film ist allerdings schon zwei Jahre alt, ich bezweifle, dass jemand noch mehr von diesem Film weiß, als seinen Titel. "Ein Freund zum Verlieben" wird definitiv das selbe Schicksal ereilen, und das voll verdient.

Üble Kitsch- und Langeweile Attacke


David Hiltscher