Hitman - Jeder stirbt allein
(Hitman)

USA/Frankreich, 92min
R:Xavier Gens
B:Skip Woods
D:Timothy Olyphant,
Dougray Scott,
Olga Kurylenko
L:IMDb
„Stop talking. Or I put you back into the trunk.”
Inhalt
"47", das sind die beiden Ziffern eines Strichcodes, den man in den Nacken des Mannes tätowiert hat, von dem nichts weiter als sein Name bekannt ist: Agent 47 (Timothy Olyphant), ein Killer mit Prinzipien und Nerven wie Drahtseile. Doch wird aus dem kühlen Jäger auf einmal der Gejagte: Er gerät in die Fänge eines politischen Machtspiels und wird selbst zur Zielscheibe von Interpol und dem russischen Militär.
Kurzkommentar
Der hierzulande relativ unbekannte Regisseur Xavier Gens inszeniert "Hitman" als äußerst konventionelles Actionkino mit wenig Gefühl für Tempo und Spannung. Vereinzelt gut fotografierte Schießereien verpuffen so ohne Wirkung. Als Mediennutzer ist man tatsächlich besser beraten, wenn man zur dänischen Spielserie "Hitman" greift und selbst zum Auftragskiller mutiert.
Kritik
Mittlerweile überrascht es keinen Zuschauer mehr, wenn er davon erfährt, dass er eben gesehene Film auf einem Videospiel basiert. Zu viele dieser Vertreter erschienen mit wechselndem Erfolg und von ebenso alternierender Qualität. Und es ist sicher, dass die französisch-amerikanische Koproduktion nicht die letzte Videospielumsetzung war.

Die mehrere Teile umfassende Spiele-Saga um den einsam-effizienten Auftragskiller "47" folgt dem geläufigsten Motiv dieses Untergenres "Berufskiller". Es ist der Moment des Zögerns. Zögern, das bedeutet für die portraitierten Film-Killer Nichtfunktionieren, bedeutet eigenständiges Handeln und Nachdenken oder Infragestellen, und das wiederum bedeutet für die Auftraggeber meist: Zum Abschuss freigegeben. Man denke an "Assassins" mit Sly Stallone oder "Equilibrium" mit Christian Bale.

Als in Fankreisen bekannt wurde, dass Timothy Olyphant den "47" geben wurde, war zunächst einmal große Unzufriedenheit angesagt. Der Milchbubi soll…? Als dann aber der erste Trailer zu sehen, war, waren die Wogen wieder geglättet. Vielleicht konnte das alles doch noch ein gutes Ende nehmen. Zu früh gefreut. Hektisch hastet der Hitman in Europa umher – schlimmer seiner Zeit als Herr Bourne. Dabei entfaltet sich eine wirre Verschwörungsgeschichte, die zur rechten Zeit sich in bleihaltigen Gefechten entlädt. Frauen erscheinen in diesem von der Muse nicht geküssten, sondern höchstens zaghaft abgebusselten Streifen nur als funktionalistische Fleischware ersten Ranges. Auch Freunde der These "Wo nicht Westen, da Korruption" oder "Wo nicht Westen, da keine Kompetenz" werden bestens bedient. Albern. Und was sich wieder bei der Hinzufügung des deutschen Alternativtitels gedacht hat, ist auch rätselhaft.

Die amerikanische Presse kommt zu einem ähnlichen Fazit. In der New York Times ist zu lesen: "Hitman exploits every action-flick cliché imaginable and still manages to be dull. It’s bang, boom, blah -- action movies for bored dummies." Variety schreibt: "A Eurotrashy vidgame knockoff that misses its target by a mile." Und Entertainment Weekly fasst zusammen: "Hitman could be the year's dumbest movie."

"Hitman" ist Actionkino mit angezogener Handbremse und voller holpriger Sprünge wie russische Provinzlandstraßen


Rudolf Inderst