Transformers

Deutschland, 143min
R:Michael Bay
B:Roberto Orci, Alex Kurtzman
D:Shia LaBeouf,
Tyrese Gibson,
Josh Duhamel,
Anthony Anderson,
Megan Fox
L:IMDb
„We're facing war against a technological civilization far superior to our own! Our enemy can take any shape! They could be anywhere!”
Inhalt
Seit Jahrhunderten kämpfen zwei außerirdische Roboterrassen - die Autobots und die Decepticons - um die Vorherrschaft im Universum. Beide Seiten suchen nach der ultimativen Machtquelle - dem "Allspark" - und tragen ihren Krieg nun auf die Erde. Den Schlüssel zu dem auf der Erde versteckten Energiewürfel "Allspark" trägt nichtsahnend der junge Sam Witwicky (Shia LaBeouf), der sich bislang höchstens über die hübsche Mikaela (Megan Fox) Gedanken gemacht hat - und nicht über gigantische Roboter, die sich in Fahrzeuge verwandeln. Gemeinsam mit Mikaela steht er aber nun genau zwischen den Fronten der Autobots-Friedenskämpfer und den machtgierigen Decepticons - und mitten auf dem Schlachtfeld der Robotergiganten. Erst jetzt begreift er die wahre Bedeutung des Witwicky-Familienmottos "Ohne Opfer kein Sieg!"
Kurzkommentar
Krawallroutinier Michael Bay kümmert sich um Spielzeug. Harmlose Gegenstände in Kinderhänden werden dabei von ihm – ideologisch aufgeladen wie ein 12-Liter Motor – in kinetisch-faszinierende Actionbilder umgewandelt, die nicht unhinterfragt bleiben sollten. Allerdings ist neidlos anzuerkennen: So gut sahen Riesenroboter im Kino noch nie aus.
Kritik
"Transformers" ist vieles. Comeback für die Paramount Studios, der zweite Propaganda-Feldzug der US-Autoindustrie nach dem Disneyspektakel "Cars", ein technisch-aufschneiderischer Zeigefinder für die riesenroboter-verliebten Japaner, eine Rüstungsschau für die US-Airforce, ein amerikanischer Angstschrei angesichts sino-technologischer Hochrüstung, paranoiahafte Vermutung, Guerillakrieger steckten überall, eine Liebesgeschichte, die keine Funken schlägt und eine alberne Aneinanderreihung von megalomanischen Actionfantasien. Vermutlich könnte man jedem einzelnen Punkt eine Besprechung widmen, aber dies ist nicht der erste all zu formelhafte Film eines Michael Bay. Und so laufen die Uniform-Protagonisten (denn die Armee knüpft verschworene Bande von Männerfreundschaften) munter herum, wie sie es schon bei "Top Gun" und "Armageddon" taten und verbreiten die Parolen der Stunde ("Ohne Opfer kein Sieg.").

In überpathetischen Zeitlupensequenzen wird militärisches Equipment detailliert vorgeführt, der Hightech-Krieg hinterlässt dabei aber so gut wie keine Opfer. Krieg und Kampf sind bei Michael Bay etwas Klinisches, jedoch nichts Organisches. Ewige Kamerarundfahrten, die so 1:1 schon in den beiden "Bad Boys"-Teilen benutzt, und in "Hot Fuzz" wunderbar paradiert wurden, runden das explosionsstarke Filmmonstrum ab. Und die Darsteller? Die verkommen in diesem digitalen Spektakel zur austauschbaren Nullnummer: Konnte man sich mit Jungstar Shia LaBeouf in "Disturbia" noch freuen und erschrecken, ist er – und auch seine Partnerin Megan Fox, die lediglich als hübsches Autokalender-Pinup-Girl dienen darf – zum Statistendasein verdammt. Die Romanze zwischen den beiden Filmfiguren ist zu keiner Zeit des Films auch nur annähernd glaubwürdig. Noch schlimmer ist das Motiv des zu Frau und Baby heimkommenden Soldaten, das hier in beschämender Weise von Bay in Sonnenuntergangs-Kitschbilder gefasst wird. Eine interessante Frage ist nun, ob dieser finanzielle Erfolg der Riesenroboter (das Ende weist klar auf eine Fortsetzung hin), weitere Comicserien-Adaptionen zur Folge haben wird. Die Liste ist endlos, so könnte man in etwa mit den populären "Saber Riders" beginnen. Heitere Aussichten also.

Effektreiche und aufgeblasene Actionhatz mit problematischen Untertönen


Rudolf Inderst