Spy Kids

USA, 88min
R:Robert Rodriguez
B:Robert Rodriguez
D:Antonio Banderas,
Alexa Vega,
Daryl Sabara,
Alan Cumming
L:IMDb
„Überlasse nie einem Erwachsenen die Aufgabe eines Kindes!”
Inhalt
Nach dem ihre Eltern, die in Wirklichkeit ehemalige Topagenten sind, von dem Bösewicht Fegan Floop entführt wurden, müssen Carmen und Juni die Dinge eben selbst in die Hand nehmen. Ausgerüstet mit modernstem Gerät, das James Bond alt aussehen lässt, machen sie sich auf den Weg, den Bösewicht zu stoppen und die Welt zu retten.
Kurzkommentar
Das hätte man gerade von Robert Rodriguez nicht erwartet: Einen bunten, spassigen und vergleichsweise harmlosen Kinderfilm. "Spy Kids" ist zwar tatsächlich für jüngeres Publikum ausgelegt, aber diesesmal werden auch die begleitenden Väter durchaus ihren Spass haben.
Kritik
Ballerballaden waren bisher die Spezialität von Robert Rodriguez, und je mehr Tote, deto besser. Nun wendet er sich einem gänzlich anderem Genre zu, und das mit aller Macht: In dem Kinderfilm "Spy Kids" führt er nicht nur Regie, sondern ist auch für das Drehbuch verantwortlich. Nebenbei besorgte er den Schnitt und werkelte bei der Musik mit - und produziert hat er das Ganze natürlich auch. Und: Die Fortsetzung ist bereits in Arbeit. Doch wider Erwarten gelingt das ungewöhnliche Projekt: "Spy Kids" macht wirklich Spass, sogar Erwachsenen.

An der Story liegt es nicht - denn die ist die Minimalversion einer Agentengeschichte: Bösewicht will Weltherrschaft übernehmen, die Helden hindern ihn daran. An den Schauspielern nur zum Teil: Die Kinder, die die Hauptrolle spielen, sind an der Grenze zu nervigen Quälgeistern, aber ebenso noch erträglich. Aber Antonio Banderas und vor allem Alan Cumming können überzeugen, letzter in der Rolle des durchgeknallten Teletubbie-Dompteurs. Auch die Ausstattung macht Laune, und stellt die bisherigen Bond-Gimmicks locker in den Schatten. Am besten jedoch ist zweifellos die abgefahrene Inszenierung, die irgendwo zwischen psychedelischem Drogenrausch und Teletubbies-Alptraum schwankt. Fast erscheint es, als sei das für Kinder schon wieder zuviel des Guten; andererseits sind die gegenüber dem mit der "Sendung mit der Maus" aufgewachsenen Vater geradezu gestählt in solchen Erfahrungen. Aber das Schloß von Fegan Floop, in dem es kaum eine gerade Linie geben dürfte, und das so manche Überraschung parat hält, ist natürlich die perfekte Spielwiese für Kinder.

Gewalt wird nur angedeutet - auch wenn die eine oder andere Szene eine gewisse unterschwellige Brutalität enthält, die durch das surreale Ambiente verstörend wirken kann. Dennoch wirkt alles derart unwirklich, dass auch für kleinere Kinder daraus keine größeren Probleme erwachsen sollten.

Alles in allem ergibt sich so ein vergleichsweise harmloser Spass, der weitab von Disney Kitsch nicht nur Kinder wird begeistern können.

Gelungener Agentenfilm - für Kinder


Wolfgang Huang