Freche Biester
(Slap Her, She's French)

USA/Deutschland 2002, 93min
R:Melanie Mayron
B:Lamar Damon,Robert Lee King
D:Piper Perabo,
Jane McGregor,
Trent Ford,
Alexandra Adi
L:IMDb
„Deine zwei Freundinnen sind echt süß, aber es sind auch voll die Nutten.”
Inhalt
Starla Grady (Jane McGregor) liebt sich, ihre Eltern, ihre Heimat Texas, und sieht man vom rotzfrechen kleinen Bruder ab, ist ihr Teenagerleben vollkommen. Akribisch plant die regierende Königin der Splendona Highschool, als Star-Cheerleader natürlich mit dem Footballhelden der Schule romantisch verschweißt, ihre Karriere. Nichts steht ihrem Traum, die populärste TV-Moderatorin Amerikas zu werden, im Wege, bis eine französische Austauschstudentin die scheinbar festen Hierarchien ins Wanken bringt.
Kurzkommentar
Bis zur Hälfte von "Freche Biester!" gibt es eigentlich nichts, was den Film in irgendeiner Weise von der üblichen, langweiligen Highschool-Klamotte abheben würde. Dann wird er zum Glück etwas unverfrorener, bleibt im Endeffekt aber trotzdem nur Komödien-Durchschnittsware.
Kritik
Glaubt man dem werten Bernd Eichinger, der bei "Freche Biester!" als ausführender Produzent fungierte, so ist der Film von TV-Regisseurin Melanie Mayron ein "Klassikkonzept", eine "rassend komische" Komödie und nicht zuletzt "unglaublich intelligent". Aber "eine Komödie zu machen, ist [auch] mit das Schwerste, was es überhaupt gibt". Tja, da kann man Herrn Eichinger eigentlich nur beim letzten Punkt zustimmen, denn von "rassend komisch" oder "intelligent" kann bei "Freche Biester!" kaum die Rede sein.

Die erste Hälfte des Films verbringt das Drehbuch damit, französische Klischees mit Highschool-Klischees zu vermischen und schwebt zwischen satirischer Kritik des amerikanischen Schönheitsstrebens und üblicher Teenager-Klamotte. Ersteres gelingt ihm dabei längst nicht so treffsicher und pointiert wie z.B. "Gnadenlos Schön" oder "Natürlich blond", letzteres hat man auch schon amüsanter gesehen. "Gnadenlos schön" war z.B. deutlich schärfer, "Natürlich blond" als Barbie-Satire comichafter überzogen. Bleibt für die erste Hälfte also nur ein französischer Akzent, ein Barett und einige Nebencharaktere, denen es, vielleicht bis auf die hübsch-abgeklärte Rolle des kleinen Bruders, zu sehr an Skurrilität (Starlas Freundinnen) oder Konsequenz mangelt (Starlas alkoholabhängige Mutter).

Was anschließend kommt, hat mich zugegebermaßen positiv überrascht. Nach einer kleinen "Wendung" (die man sich angesichts einer derart stereotypischen, ersten Hälfte auch erhofft hatte) wird "Slap Her, She's French", wie es so schön im Originaltitel lautet, tatsächlich doch etwas knackiger. Dieser Minischub gibt dem Film jedoch nur kurzweilig Aufwind und der Knalleffekt hätte gemeiner, fieser inszeniert werden können. Zu unspektakulär und langweilig wird im Folgenden jedoch der Zickenkampf ausgetragen. Die Lovestory um den (einzig sympathischen) Charakter Kyle bleibt schematisch, das "große" Lüften Genevieves' Vergangenheit wird nicht genug überspitzt, um gewitzt zu wirken und auch der kurzzeitige Besuch Starlas im Frauenknast bietet außer einem weiteren Fart-Joke nur leidlich Unterhaltsames.

Dieses Attribut passt eigentlich gut zum ganzen Film: schwächelnd-unterhaltsam. Wenn die (immerhin eingebaute) "Wende" nicht wäre, würde "Freche Biester" noch weniger Anspruch auf eine Kinoleinwand erheben dürfen. So sieht der erfahrenere Kritiker schon unberechtigt gute Erfolge wie seinerzeit bei "Harte Jungs" und "Mädchen, Mädchen" auf die Kinowelt zukommen.

Trotz Miniüberraschungseffekt allzu unspektakuläre Komödie


Thomas Schlömer