Aus Liebe zum Spiel
(For the Love of the Game)

USA 2000, 137min
R:Sam Raimi
D:Kevin Costner,
Kelly Preston,
John C. Reilly,
Jena Malone
L:IMDb
„The game doesn't stink, Mr. Wheeler. It's a great game.”
Inhalt
Den alternde Baseball-Star Billy Chapel trifft es hart, zwei Schicksalschläge an einem Tag: Sein Team, die Detroit Tigers, will ihn in der nächsten Saison verkaufen, und seine Freundin zieht fort, um woanders einen Job anzunehmen. Im letzten Spiel der Saison erlebt er in Rückblicken nochmal die ganze Geschichte seiner Karriere und seiner Beziehung...
Kurzkommentar
Unglaublich uninteressante Geschichte, bei der jedem Nicht-Baseball-begeisterten die öden Spielszenen derart auf die Nerven gehen kann, dass er die wahnsinnig langweiligen Love-Story-Teile gut zu einem beruhigenden Nickerchen brauchen kann.
Kritik
Eins gleich vorweg: Mit Sport kann man mich kaum locken. Und mit dem völlig sinnlosen Spiel Baseball gleich noch viel weniger.
Ok, nachdem das geklärt wäre, kann ich ja deutlich werden: Ich glaube -und ich hab ne Weile nachgedacht-, ich habe noch nie einen so langweiligen FIlm gesehen. Hätte ich gewusst, worum es geht, ich wäre nie reingegangen. Der Film ist dermassen uninteressant, ich kann es gar nicht in Worte fassen.
Die eine Hälfte des Films sieht man Costner auf dem Spielfeld bzw auf der Bank, wo er mit seinem Kollegen irgendwelche genuschelten Kommentare austauscht. Die andere Hälfte des Films sieht man ihn, wie er seiner Freundin Jane hinterherrennt, um irgendwelche Missverständnisse zu klären und ihr Herz zu gewinnen. An sich ja ganz nett, aber sorry, jede Folge "Verbotene Liebe" hat mehr Witz, mehr Romantik und bessere Missverständnisse als dieser Film. Der Love-Part zeichnet sich durch nichts aus, ungelogen, was man nicht schon mindestens 3 Mal woanders gesehen hätte, und zwar jedesmal besser.
Sicher, Costner und Preston spielen ordentlich, aber besonders überzeugend sind sie auch nicht, allein die unvemeidbare (und natürlich intelligente, hübsche und mitfühlende) Tochte von Jane ist noch ganz nett, alles andere versinkt im Sumpf des Vergessens.
Man könnte nun noch darüber philosophieren, welches Männer/Frauenbild der Film transportiert, wenn allein der starke und letztlich erfolgreiche Mann mit dem grossen Auto die Frau zum Bleiben veranlasst. Sie gibt ihren Job auf, um zu bleiben, während er als gealterter Star wenig weitere Chancen hat. Bedenkenswert. Man könnte auch über die Mechanismen des Sports nachdenken, bei dem nur der Erfolgreiche angesehen ist, während jene, die es nicht mehr bringen, verkauft werden, auf der Ersatzbank sitzen, schnell ins Vergessen geraten. Ja, wenn es unbedingt sein muss könnte man auch die Kraft der Liebe, die alle Hindernisse überwindet, anführen.
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass man diesen doch sehr schlichten Film damit gnadenlos überinterpretiert. Müsste man nicht annehmen, dass Costner den Film aus eigener Liebe zum Baseball gedreht hat, man könnte fast meinen, er wäre ein Produkt des Zielgruppendesigns: Sport für die Männer, Soap für die Frauen.
Ach ja, bevor ich's vergesse: Gegen Ende kommt nochmal fast sowas wie Dramatik auf, als Billy die Chance hat, das Spiel seines Lebens zu machen. Also, soweit ich das verstanden habe, war das Besondere, dass die gegnerische Mannschaft keinen einzigen Punkt gemacht hat -vielleicht aber auch nicht, denn so ganz hab ich das Spielgeschehen nicht verstanden. Und wenn ich jetzt verrate, ob er es schafft oder nicht, wäre das wirklich ein Spoiler? Kaum, aber 'raten' Sie doch mal...
Und wofür gibts den einen Punkt? Weil sich immerhin alle bemüht haben. Auch wenn es nichts gebracht hat.


Der uninteressanteste Film, den ich je gesehen habe


Wolfgang Huang