Meine Braut, ihr Vater und ich
(Meet the Parents)

USA, 107min
R:Jay Roach
B:Greg Glienna, Mary Ruth Clarke
D:Robert DeNiro,
Ben Stiller,
Teri Polo,
Blythe Danner,
Nicole DeHuff
L:IMDb
„Man kann alles melken, was Nippel hat”
Inhalt
Greg (Ben Stiller) ist überzeugt, dass er den Rest seines Lebens mit Pam (Teri Polo) verbringen will. Deshalb will er vorher in aller Form um die Hand der Tochter bei ihrem Vater anhalten. Was Greg nicht weiß, ist die Tatsache, daß Jack (Robert De Niro) ein Ex-CIA-Agent ist, und dass man dessen aufgestellte Regeln voll beachten muss. Der Antrittsbesuch fängt schon gut an. Ohne Gepäck und mit einem auferlegten Rauchverbot kommt er im Hause der Byrnes an. Das ist allerdings nur der Beginn von 72 weiteren Stunden, in denen Greg in jedes der zahlreich herumstehenden Fettnäpfchen tritt.
Kurzkommentar
"Meine Braut, ihr Vater und ich" bietet überdurchschnittlichen, im Vergleich mit manch anderen Komödien geradezu intelektuellen Spass. Dennoch empfand ich die Story dann doch all etwas zu dünn, die Gags als etwas zu schematisch, und Robert deNiro als etwas deplatziert.
Kritik
OK, ich oute mich: Ich halte Robert de Niro nicht für einen guten Komödianten. Meiner Meinung nach wirkt er in Komödien ziemlich deplatziert, das war bei "Reine Nervensache" schon so, dass ist bei "Meine Braut, ihr Vater und ich" wieder so. Vielleicht bin ich unfair, sehe nur die bisherigen Rollen und Figuren des grossartigen Charakterdarstellers de Niro in bedeutenden Filme, gönne ihm aber keine netten, leichteren, seichteren Rollen - Stichwort Schublade. Aber dennoch, irgendwie reduziert sich de Niros grosse Schauspielkunst in Komödien auf Grimassenschneiden. Wie auch immer, den grimmigen Vater gibt er in "Meine Braut, ihr Vater und ich" dennoch ganz gut, gerade weil der eher wenig komisch ist. Zusammen mit Ben Stiller, zuletzt toll im Zusammenspiel mit Edward Norton ("Glauben ist alles"), ergibt sich aber eine vielversprechende Mischung, die im Wesentlichen hält, was sie verspricht, Stiller und de Niro harmonieren gut, Stiller lässt sich auch nicht unterkriegen oder einschüchtern. Der unbekannten Teri Polo gönnt das Drehbuch dann auch nur einen Nebenpart, was auch besser so ist.

Etwas mehr Feinfühligkeit bei den Gags, eine etwas pointiertere Inszenierung, etwas weniger Schema F, und "Meine Braut, ihr Vater und ich" wäre ein echter Komödienklassiker geworden. So verärgern (mich zumindest) die eher aufgesetzt wirkenden Spielchen um Gregs Nachnamen (Focker), die allzu vorhersehbare Abfolge von Gags auf sehr dünner Storybasis (wie war das mit dem Kurzfilm?), das unnötig schmalzige Ende. Aber damit mich niemand falsch versteht: "Meine Braut, ihr Vater und ich" ist definitiv witzig, die Kombination Stiller und de Niro höchst sehenswert. In solch höchsten Tönen wie in manchen amerikanischen Reviews will ich den Film dann aber doch nicht loben - dazu sind die Mängel zu auffällig.

Lustig, trotz mancher Mängel


Wolfgang Huang