Transamerica

USA, 103min
R:Duncan Tucker
B:Duncan Tucker
D:Felicity Huffman,
Kevin Zegers,
Fionnula Flanagan,
Elizabeth Peña,
Graham Greene
L:IMDb
„My body may be a work-in-progress, but there is nothing wrong with my soul.”
Inhalt
Bree (Felicity Huffman) ist eine konservative transsexuelle (Fast-)Frau. Für die letzte Operation, die sie endlich in eine ganze Frau verwandeln soll, spart sie jeden Penny. Doch eine Woche vor der finalen Operation stellt ein Anruf aus dem New Yorker Jugendgefängnis ihr Leben auf den Kopf. Der Anrufer – Toby (Kevin Zegers) – ist das Ergebnis einer längst vergessenen, experimentierfreudigen Nacht zu High-School-Zeiten. Als Bree noch Stanley hieß und ein Mann war. Obwohl Bree nichts davon wissen will, schickt ihre Therapeutin sie nach New York. Erst muss mit der Vergangenheit abgeschlossen werden, dann gibt es die lang ersehnte OP. Toby hält Bree zunächst für eine christliche Missionarin, die gestrauchelte Jugendliche bekehren will. Bree sieht keinen Grund, dieses Missverständnis aufzuklären. Doch Tobys Pläne lösen bei Bree Panik aus: Toby will nach L.A., um Stanley zu finden und Porno-Star zu werden. In der Hoffnung, ihn unterwegs bei seinem Stiefvater zurücklassen zu können, bietet Bree ihm an, gemeinsam mit ihm an die Westküste zu fahren.
Kurzkommentar
Auch wenn „Transamerica“ letztlich nicht mehr als ein kicherndes Melodram ist, kann man doch ein wenig stolz auf ihn sein. Wie Duncan Tucker die Parallelen von Stanleys Genderkrise zu den Randexistenzen Amerikas zieht, hat etwas liebevolles und elegantes, wie er Stanleys Wunsch, endlich Frau zu werden, mit Tobys Wunsch, endlich Mann zu werden, kontrastiert etwas (zwanglos) dualistisches und wie er Transsexualismus, Schwulenpornos und kriminelle Vergangenheit herzhaft unaufgeregt präsentiert, etwas äußerst lässiges. Dennoch hätte dem Film etwas mehr dramatische Würze gut getan, zumal man ihn überbewertet, wenn man ihm Sensibilisierung für ein Randthema attestiert. Sicher wünscht man Stanley nichts weniger als die ersehnte Operation. Welche Qual es hingegen sein muss, sich sein Leben lang mit dem falschen Körper arrangiert haben zu müssen, wird nur äußerst vage spürbar. Dass Bree ihr neues Leben nicht einfach als Frau, sondern gleich noch als Mutter beginnen muss, lotet die menschliche Tiefe der Geschichte kurz aus. Dummerweise kommt dann Stanleys/Brees Mutter ins Spiel und die ist wirklich unerträglich unlustig. Das größte Kompliment für "Transamerica" ist schließlich sogleich sein prominentestes Hindernis. Wie schreibt Roger Ebert über Bree so schön: „She's not a terrifically exciting person“.
(Thomas Schlömer)