Soldier

USA, 98min
R:Paul Anderson
B:David Webb Peoples
D:Kurt Russell,
Jason Scott Lee,
Jason Isaacs,
Connie Nielsen
L:IMDb
„I´m gonna kill´em all!”
Inhalt
In einer militärisch konstruierten Zukunft werden Männer zu willen- und gedankenlosen Kampfmaschinen dressiert, befreit von jeglicher Emotion. Direkt nach der Geburt beginnt der gnadenlose darwinistische Drill, den nur die Stärksten und Eitärsten überleben. Ramboanwärter Todd ( Kurt Russell ) ist einer ihnen. Im Zeitraffer sieht der Zuschauer den Stationenverlauf der ausschließlich physischen Modellierung des Mordinstrumentes Mensch bis zu seiner Vervollkommnung in Todd, nun im Erwachsenenalter Soldat der Eliteeinheit, bewährt im Kampf und angesehen als Veteran. Doch scheinen die Tage der Elitekämpfer, die noch auf dem Wege der natürlichen Befruchtung geboren wurden, durch die Wunder der Gentechnologie gezählt. Todd und seiner Mannschaft wird die nächste Stufe der Kampfmaschine demonstiert: Genetisch zurechtmodellierte Traumrambos, die nun wirklich gar keinen Schwachpunkt mehr haben. Um die Effizienz der neuen Tötungsmaschinerie zu beweisen, müssen einige "menschliche" Veteranen gegen einen der Superkiller, gegen Caine 607 ( Jason Scott Lee ) antreten. Todd ist einer von ihnen, wird nach dem Kampf für tot gehalten und zur "Entsorgung" auf einen Müllplaneten gebracht. Dort, wo sich eine "Zivilisation der Vertriebenen" begründet hat, wird Todd wieder zusammengeflickt und rüstet sich zur Rache...
Kritik
Ist der Inhalt dieses Machwerkes paraphrasiert, sollte eigentlich alles gesagt sein. Unfassbar, daß dieser martialische Müll noch in den deutschen Kinos anlaufen soll, nachdem er natürlichweise (?) in Amerika sofort in der Versenkung verschwand. Mag der Zuschauer ja schon vieles an Geschmacklosigkeiten zu schlucken haben, definiert dieser Müll, nicht mal wert im untersten Regal der Schmuddelvideothek zu stehen, die Dummheit neu. Das Zynische dabei ist, daß sich der sonst so charismatisch spielende Kurt Russell für diese Primitivstballerei hat verwursten lassen. Zwar ist es ja altbekannt, daß Russell kein Hollywoodkonformer Denker und Opportunist ist und gerne mal kleine, gewagt Rollen spielt, um den Majorlabels eins auszuwischen, doch mit Soldier ging er entschieden zu weit. Man könnte meinen, er wurde unter vorgehaltener Waffe zum Dreh verpflichtet. Ein nicht weniger großes Phänomen im Kontext dieses kriegsgeilen Manifests ist die Karriere des David Webb Peoples, des Mannes, der sich für das Drehbuch von Blade Runner verantwortlich zeigte. Nun verfasste er auch dieses, nunja, diesen "Drehzettel" zu Soldier - vielleicht der berufliche Todesstoß, da die "Geschichte", reduzierbar auf das hirnverbrannte Duell zweier Killereinheiten, jeglicher Substanz entbehrt und schon so beleidigend schlecht ist, daß man sich fragt, ob noch alles mit rechten Dingen zugeht. Russell sagt im gesamten Verlauf dieses Dramas mit Sicherheit mindestens 100 Worte, sieht zu Tode gelangweilt aus und gähnt sich dem finalen Duell mit der Oberblechbüchse Jason Scott-Lee entgegen, der agiert und ungefähr so intelligent aussieht wie ein Terminator nach Totalamnesie. Diese ganze "Negativdramaturgie" spielt sich vor dem Hintergrund eines Schrottplatzes mitsamt lächerlicher Spezialeffekte ab und nur manchmal gerät der Zuschauer ob der Universaldilettanz in die Annahme, es könnte sich hier um einen Film handeln, der so schlecht ist, daß er schon wieder nur gut sein könne. Doch nein, auch Anrecht auf Trashcharakter wird hier hemmungslos in den Boden geballert. Was bleibt, ist nicht einmal Schrott, sondern hoffentlich nur Vergessen beim gepeinigten Zuschauer.
Flemming Schock