Flintstones in Viva Rock Vegas, Die
(Flintstones in Viva Rock Vegas, The)

USA 2000, 90min
R:Brian Levant
B:Jospeh Barbera
D:Mark Addy,
Stephen Baldwin,
Kristen Johnston,
Jane Krakowski
„Ich bin Brontobaggerführer.”
Inhalt
Kurz nach seiner bestandenen Prüfung zum Brontobaggerführer stellt Fred Feuerstein (Mark Addy) fest, dass er noch immer Single ist - ein Zustand, den es zu ändern gilt. Und so macht er sich zusammen mit seinem guten Freund Barney Geröllheimer (Stephen Baldwin) auf den Weg nach ein paar geeigneten Mädchen. Das wiederum kommt dem grossen Gazoo sehr gelegen, denn als auf die primitve Erde verbannter Ausserirdischer von höchster Intelligenz soll er das Liebesleben der Menschen studieren. Und so kommt es, dass Fred und Barney ihre zukünftigen Frauen Wilma und Betty kennenlernen. Doch dann ist da auch noch Chip Rockefeller, der Tycoon aus Rock Vegas, der ebenfalls ein Auge auf Wilma geworfen hat...
Kurzkommentar
Gemessen an dem, was von einem Prequel einer Realverfilmung dieser geradezu klassischen Comic-Serie zu erwarten war, schlägt sich "The Flintstones in Viva Rock Vegas" doch erstaunlich gut - die meisten Gags zünden, das abgefahrene Szenario sorgt für einige Lacher. Schade nur, dass der unübersehbare Plastiklook und die zwangsläugigen Probleme einer Realverfilmung dem Film doch deutlich schaden.
Kritik
Woher kommt nur dieser unbändige Zwang, irgendwann jede erfolgreiche Comicserie als Realverfilmung wieder aufleben lassen zu müssen? Eigentlich ist es doch noch keinem Film gelungen, den Charme des Originals zu erreichen, also weshalb das Ganze? Die Gründe jenseits finanziellen Interesses bleiben mir verborgen, aber wie auch immer: "The Flintstones in Viva Rock Vegas" macht das Beste draus.
Die Story geht (für so einen Film) in Ordnung, sie erzählt die Jugendgeschichte von Fred, Barney, Wilma und Betty. Obwohl keine grossen Überraschungen zu erwarten sind, hat der Film das Prädikat einer nennenswerten Handlung in dieser Kategorie verdient. Doch die eigentliche Stärke des Films liegt natürlich nicht im Geschichtenerzählen, das ist offensichtlich, sondern vielmehr im abgefahrenen Szenario. Die Umsetzung der alltäglichen Lebenswelt der Steinzeit unter Verwendung heutiger "Technik", das ist für einige Überraschungen gut - denn wer hätte schon erwartet, dass es bereits damals voll funktionsfähige Fernbedienungen gab? Schön ist, dass diese Elemente nicht gewissermassen anachronistisch auftauchen, sondern dem Zuschauer die Steinzeit-Technik auch erklärt wird.
Ebenfalls in diese Kategorie fallen die zahlreichen Namens-Verballhornungen, von Rock-a-Cola bis Bronto King. Auch mit Anspielungen spart der Film nicht: Von einer Band namens "Stones" (samt enorm hässlichem Sänger) bis zu dem fanatischen Dinosaurier-Attentäter (der, falls Sie das nicht wussten, übrigens der wahre Grund für das Aussterben der Dinosaurier ist) nimmt "The Flintstones in Viva Rock Vegas" die verschiedensten Dinge gekonnt auf die Schippe.

Da das alles aber in unzähligen Comic-Episoden und im Vorgängerfilm bereits schon mal da war, führt das Prequel noch den Ausserirdischen Gazoo ein - der verbannte Forscher vom fremdem Stern mit den Verständnisproblemen ist wahrlich keine neue Idee, aber immerhin ein weitere tragfähiges Vehikel für diverse Scherze und eine gewisse Abwechslung.

Wirklich ärgerlich allerdings ist der nicht zu übersehende Plastiklook. Natürlich erwartet niemand Realismus, aber wenn die Kulissen und Requisiten allesamt nach Pappmaschee und Schaumstoff aussehen, dann ist das eine echter Atmosspährekiller. Leider sind zudem die computergenerierten effekte auch nicht viel besser, gewissermassen das Pendant zum Plastik-Look. Schauspielerisch und auch sonst darf formal nicht allzu viel erwartet werden, aber zumindest fällt der Film handwerklich (mit der obengenannten Ausnahme) nicht negativ auf.

Ergebnis: Wer die Flintstones mag, kann den Film ruhigen Gewissens ansehen, auch sonstige Freunde harmloser Komödien und leichten Stoffes werden ihre Freude haben. Für höhere oder gar cineastische Ansprüche ist der Film natürlich ungeeignet - aber wer hätte auch anderes erwartet.


Plastiklook und die Real-Übertragung stören den witzigen Charme


Wolfgang Huang