Final Destination

USA 2000, 97min
R:James Wong
B:Jeffrey Reddick
D:Devon Sawa,
Ali Larter,
Kerr Smith,
Seann William Scott
„Im Tod gibt es keine Zufälle!”
Inhalt
Alex Browning (Devon Sawa, "Die Killerhand") will mit seinem Französischkurs eine Exkursion nach Paris machen, als er kurz nach Einstieg ins Flugzeug eine Vision hat. In einer traumhaften Einbildung sieht er sich und seinen Kurs mit dem Flugzeug abstürzen und als er erwacht kann ihn nichts uns niemand davon abhalten, die Maschine panikartig zu verlassen. Im Trubel seiner Panikmache steigen noch sechs weitere Freunde und Lehrer mit ihm aus, um sich um ihn zu kümmern und die Situation zu klären. Das Flugzeug muß allerdings starten und so sehen die Zurückgebliebenen Alex' Alptraum Wirklichkeit werden: vor ihren Augen explodiert die Maschine nach dem Start und anstatt für ihr gerettes Leben dankbar zu sein, wird Alex von nun an nur noch Mißtrauen entgegengebracht. Selbst das FBI nimmt sich des mysteriösen Falls an, während Alex eine makabere Theorie aufgestellt hat. Er glaubt durch seine Eingebung die Pläne des Todes umgangen zu haben und nun von ihm auf andere Weise gejagt zu werden.
Kurzkommentar
Wenn James Wong sein Regiedebüt nicht so ernst genommen hätte, wäre sogar ein gut-spaßiger Film rausgekommen. Leider mischt er seine mysteriöse Geisterbahnfahrt jedoch nicht mit dem nötigen Schuß Ironie und läßt den zwar funktionierenden, aber oftmals trashig wirkenden Mystery-Ansatz Überhand gewinnen. Spannend ist es zwischendurch zwar, aber über das Niveau gängiger Slasherfilme kommt auch "Final Destination" kaum hinaus.
Kritik
Ein unheimlicher Trailer macht Lust auf diesen Mystery-angehauchten Teenie-Horrorfilm, der sich leider nur als unwesentlich besser als gängige Slasherfilme ("Scream", "Ich weiß, was Du...", "Düstere Legenden") entpuppt. Zwar ist der ultimative Gegner der Teenietruppe diesmal nicht ein durchgeknallter Psychopath, sondern das "Böse", der Tod, schlechthin, das Ergebnis bleibt aber dasselbe. Kreischende High-School Kids, viel Blut, etwaige Schockeffekte und all das in einer weiteren 10-kleine-Negerlein Variante.

Der teils wirklich angsteinflößende Mystery-Einschlag läßt den Film wenigstens einigermaßen spannend und "creepy" wirken, zumal die Tode letztendlich nur durch Alltagsgegenstände ausgelöst werden und dadurch den gewissen Realitätsbonus besitzen. Was diesen unheimlichen Ansatz aber schnell wieder zunichte macht, ist der deutliche Hang zur Übertreibung. Anscheinend weiß Drehbuchautor Jeffrey Reddick nicht so recht, wann Schluß ist und tötet seine Charaktere manchmal in überdimensional derber, manchmal in fast schon wahnwitzig blutiger Weise. Von Überfahren über Strangulieren bis hin zur Enthauptung ist alles dabei, was das Splatterherz begehrt. Allen voran die Lehrerin, die so ziemlich jeden tödlichen Alltagsgegenstand zu spüren bekommt: eine Glasscherbe in die Halsader, ein durch einen umkippenden Stuhl schön tief in die Brust gestochenes Küchenmesser und schlußendlich noch eine herrlich-tösende Gasexplosion - sofern man für solch trashige Momente nichts übrig hat, dürfte einem das reichlich lächerlich erscheinen.

Als reiner Horrorfilm funktioniert "Final Destination" hingegen trotzdem ganz gut. Gerade zu Beginn ist der mysteriöse Touch besonders wirksam: Alex wird generell als vorsichtiger und ängstlicher Charakter präsentiert, die Flugzeit sowie seine Sitznummer entsprechen seinem Geburtsdatum und das Kofferschildchen weist das übliche "Final Destination" auf. Der Tod kündigt sich, zwar stereotypisch aber nicht minder wirksam, entweder durch eine leichte Windböe oder durch langsam, wie eine vollstreckende Hand dahinkriechende, Flüssigkeit an und gar in den Credits zu Beginn wird der Zuschauer vorgewarnt (Messer, Guillotine, baumelndes Männchen).

Mehr als eine Geisterbahnfahrt bleibt der Film dann allerdings nicht und selten beschleicht einen das Gefühl, daß die High-School Charaktere unheimlicher sind als der Tod selber. Einmal mit der Hand in die "Dawson's Creek"-Kiste gegriffen und schon haben wir eine passende Besetzung. Ob die Jungs und Mädels schauspielern können scheint egal, hauptsache sie sind einigermaßen bekannt, sehen halbwegs gut aus und können laut kreischen. Und wenn selbst "American Pie" und "Road Trip"-Sympathiefigur Seann William Scott zum unbedeutenden Angsthasen degradiert wird, sieht man mal, wieviel Wert man auf die Charaktere gelegt hat.

Immerhin: das nette Ende kommt augenzwinkernd daher, verhilft dem Film insgesamt aber nicht zum nötigen ironischen Touch und so bleibt teils trashige, teils spannende Horroratmosphäre, die zumindest Mystery-Freunden gefallen dürfte. James Wong war wenigstens schon mal für die "X-Files" als Regisseur aktiv.

Netter Mystery-Thriller mit Hang zu kräftiger Übertreibung


Thomas Schlömer