Love & Sex

Niederlande / USA, 82min
R:Valerie Breiman
B:Valerie Breiman
D:Famke Janssen,
Jon Fraveau,
Noah Emmerich,
Cheri Oteri,
Ann Magnuson
„Was machen wir nur aus all den Kätzchen? - Ein paar Handtücher vielleicht.”
Inhalt
Kate Welles (Famke Janssen) gerät immer an die falschen Männer. Von klein an hatte sie nur kurze, lieblose Beziehungen, denen es an echtem Wohlfühlen immer gemangelt hat. Auch beruflich steckt sie in der Krise, da sie für ein Frauenmagazin schreibt und sich jedes Mal aufs neue irgendwelche Lügengeschichten ausdenken muß. Doch dieses Mal scheint alles anders zu werden: sie lernt den liebevollen Künstler Adam Levy kennen, der sie mit seiner frischen Art endlich glücklich zu machen scheint.
Kurzkommentar
Eine sympathische Liebeskomödie, die uns Regisseurin und Drehbuchautorin Valerie Breiman ("Bikini Squad") mit "Love&Sex" präsentiert. Der Film besitzt eine gute Portion Humor, ist durchweg unbeschwert und hat nette Darsteller. Aber mehr als angenehme Komödienkost ist "Love&Sex" dann auch nicht, denn jegliches dramatische Element fehlt leider.
Kritik
Bond-Girl sein - Segen oder Fluch? Man wird schlagartig berühmt, aber ebenso schlagartig auf eine bestimmte Rolle festgenagelt bzw. aufgrund eines miesen Aussehen/Talent-Quotienten nur noch mit undankbaren Minimalrollen versorgt. Famke Janssen spielte seinerzeit im ersten Bond der 90er, "Goldeneye", die sado-masochistische Xenia Onatopp und ward fortan mit dem Image der kratzbürstigen Hexe gesegnet. Nur schwer gelang der gebürtigen Niederländerin, sich vom Bond-Schub zu erholen und komplexere Rollen zu bekommen. "X-Men" war anno 2000 da sicherlich kein Schritt in die richtige Richtung, "Celebrity" und nun "Love & Sex" hingegen schon eher. Die kleine US-Komödie von Valerie Breiman ist eine gewitzte Beziehungskomödie wie man sie sich als Schauspieler wohl nur wünschen kann - auch wenn im Endeffekt der ein oder andere, größere Mangel auftritt.

Der lockere Ansatz, ihre Liebeskomödie mit einer ähnlich unbeschwerten Stimmung zu versehen wie es z.B. John Cusack in "High Fidelity" letztes Jahr mustergültig vorgeführt hat, ist Valerie Breiman hoch anzurechnen - man achte auf die gewitzte Kindheitserfahrung zu Beginn und den ewig lockeren Sprüchen von Jon Favreau, der dem Film dadurch jegliche Schwere nimmt. Das kann man freilich positiv oder negativ interpretieren, denn einerseits bleibt der Streifen so recht amüsante, leichte Kost, andererseits ist Breimans Inszenierung so zu konturlos. Mehr als das übliche "Mann und Frau verlieben sich, trennen sich nach der ersten schweren Krise und merken schließlich, daß sie doch nicht ohne einander auskommen" hat "Love&Sex" leider nicht zu bieten - auch wenn man zugeben muß, daß man dabei gelungen unterhalten wurde. Ein interessanter Aspekt ist auch die Kürze des Streifens: gerade mal um die 80 Minuten dauert Breimans Beziehungskiste. Schön, daß einem dadurch etwaige Längen und übertriebene Schicksalsschläge erspart bleiben, schade andererseits, daß es dem Film dadurch an Tiefe fehlt und alles etwas belanglos bleibt.

Noch einmal zurück zu Famke Janssen: im Gegensatz zu einigen US-Kritiken kann ich nicht behaupten, daß sie für die Rolle in "Love & Sex" ungeeignet ist - im Gegenteil, die unglückliche, orientierungslose Frau steht ihr richtig gut. Andererseits kommt ihr Charisma hier vielleicht auch nur so gut rüber, weil sie bisher kaum in darstellerisch etwas vielfältigeren Dramen zu sehen war. Ihr zur Seite steht "Swingers"-Star (und Drehbuchautor jenes Films) Jon Fraveau, dem man den Künstler nicht so recht abnimmt, der aber trotzdem sehr sympathisch wirkt. Der Pärcheneffekt ist bei Favreau und Janssen zwar nicht optimal, aber ausreichend genug, um ihre Liebe glaubwürdig wirken zu lassen. Wenn Regisseurin Breiman ihren Figuren etwas schärfere Ecken und Kanten gegönnt hätte und den Film mehr in Richtung Drama gelenkt hätte, wäre hingegen alles noch ein gutes Stück besser geworden.

Locker-sympathische, aber konturlose Beziehungskiste


Thomas Schlömer