Ewige Gärtner, Der
(Constant Gardener, The)

USA / Großbritannien, 128min
R:Fernando Meirelles
B:John Le Carré, Jeffrey Caine
D:Ralph Fiennes,
Rachel Weisz,
Danny Huston,
Bill Nighy,
Pete Postlethwaite
L:IMDb
„Ich dachte, Spione wüssten alles. – Nur Gott weiß alles. Und der arbeitet für den Mossad.”
Inhalt
Die Leiche der passionierten Aktivistin Tessa Quayle wird in einer einsamen Gegend im Norden von Kenia gefunden. Ihr Reisebegleiter, ein Doktor aus Nairobi, ist spurlos verschwunden. Alles deutet auf ein Verbrechen aus Leidenschaft. Sandy Woodrow, Sir Bernard Pellegrin und die anderen Mitglieder der British High Commission gehen davon aus, dass Tessas Ehemann, der passive und wenig ambitionierte Diplomat Justin Quayle, die Sache diskret in ihre Hände übergibt. Sie haben sich getäuscht: Der Verlust seiner Frau, die nicht gegensätzlicher gewesen sein könnte, rüttelt den leidenschaftlichen Gärtner wach. Angetrieben von Erinnerungen an ihre gemeinsamen Tage und Gerüchten, Tessa könne in Afrika eine Affäre gehabt haben, nimmt Justin sein Schicksal erstmals in die eigene Hand. In Kenia stürzt er sich Hals über Kopf in eine Odyssee, um ihren Namen reinzuwaschen und das zu beenden, was sie begonnen hat ... und stößt dabei auf einen Skandal, der Tessa das Leben kostete und nun das Seine gefährdet.
Kurzkommentar
So richtig weiß man nicht, was man von Mereilles´ Adaption von „Der ewige Gärtner“ halten soll. Man hat das Gefühl, dass man ob der Freude über den relativ unverstellten Blick auf den afrikanischen Kontinent jegliche inhaltliche Implikation allzu leicht toleriert. Trotz schweren emotionalen Geschütz´ und anderweitiger Aspekte gewinnt man nämlich den Eindruck, dass hier ja letztlich doch in erster Linie eine (wunderbare) Liebesgeschichte erzählt werden soll und der maßgeblich durch die Skrupellosigkeit und den Zynismus der westlichen Welt verursachte Zustand Kenias ja letztlich doch nur Kulisse ist – für ein „weißes“ Problem. Zudem kann man die Logik der Geschichte, dass über den (Märtyrer-)Tod Justins schließlich doch noch die richtigen Leute in Bedrängnis geraten (gleich noch – als letzte Aktion auf Erden – während der Beerdigung), ziemlich kritisch sehen. Dennoch weist "Der ewige Gärtner" einige bezaubernde Momente auf, insbesondere jene, in denen Mereilles das Schicksal eines Mannes spürbar macht, der seine Frau eigentlich erst entdeckt, als sie schon gar nicht mehr bei ihm ist. Wie Ralph Fiennes sich hier noch ein zweites Mal in die charismatische Tessa verliebt, ist eine berührende darstellerische Leistung.
(Thomas Schlömer)