LiebesLuder

Deutschland
R:Detlev Buck
D:Mavie Hörbiger,
Simon Schwarz,
Pierre Besson,
Anke Engelke,
Detlev Buck
„Wir machen mit Ihr, was man mit jungen Katzen macht”
Inhalt
Bevor die hübsche Studentin Ina (Mavie Hörbiger) auf dem Schauplatz des Geschehens auftaucht, war alles in bester Ordnung. Doch nun verdreht sie den Männern, besonders den Mitgliedern des kleinen örtlichen Fliegervereins gehörig den Kopf. Und als sie ihre heimlichen Liebhaber mit einer vorgetäuschten Schwangerschaft erpressen will, beginnt die Sache zu eskalieren. Denn die dass wollen sich die untreuen Ehemänner nicht gefallen lassen - geschweige denn ihre betrogenen Frauen.
Kurzkommentar
Oh nein, nicht schon wieder: Deutsches Mittelmaß. "Liebesluder" wäre gerne eine schwarze Komödie, doch leider klappt das vorne und hinten nicht. Woran sowohl ein schlechtes Drehbuch als auch miese Schauspieler als auch die uninspirierte Regie schuld sind. Was an dem Film gefallen kann? Äh....eigentlich nichts.
Kritik
Wirft man einen Blick in Previews bzw. aktuelle Interviews zu diesem Film, so wird vorallem auf drei Dinge abgehoben: Es spielt Detlev Buck ("Buck") mit (was anscheinend irgendwie ein Qualitätsmerkmal sein soll), es spielt Anke Engelke mit (was wohl irgendwie die humorsüchtigen Massen ins Kino locken soll), und es spielt Mavie Hörbiger (der berühmten Schauspieler-Familie Hörbiger entstammend) mit. Dass die Macher ihrer Geschichte nicht vertrauen, kann man unter anderem schon daran erkennen, dass bereits der Trailer die zwei wesentlichsten Pointen des Films verrät - was restlos jede Spannung zerstört. Sonderlich hoch wäre sie eh nicht gewesen, das Drehbuch gibt sich nämlich auch gar keine Mühe, überhaupt welche aufzubauen. So soll der Film also von den tollen Namen getragen werden - dummerweise hat man aber den einzigen, der schauspielern kann, nicht erwähnt (Pierre Besson). Detlev Buck spielt eigentlich die Rolle, die er in letzter Zeit irgendwie immer spielt, man könnte fast den Eindruck gewinnen, er dreht seine Filme nur noch, um eben jene mininmal variierte Rolle jedesmal wieder einbauen zu können. Langweilig, völlig unbedeutend. Ulknudel Anke Engelke macht ihre Sache ganz gut, auch wenn ihr Auftreten eher den namen Grimassenschneiden als Schauspielern verdient; aber immerhin bringt sie einen gewissen Pepp in den Film. Und die an mancher Stelle vorab hochgelobte Mavie Hörbiger ist eine Enttäuschung auf ganzer Linie - das kann jeder Neuling in der schulischen Theater-AG besser. Was schauspielerisch sonst noch so auftritt, ist eine einzige Blamage, allen voran der Darsteller des Wagner - Grauen pur. Die einzige positive Ausnahme ist wie gesagt Pierre Besson, der die Rolle des fiesen Bankchefs mit der perfekten Mischung aus Rücksichtslosigkeit und Schmierigkeit rüberbringt.
Aber auch er ist dem Drehbuch, das offensichtlich niemand vor Drehbeginn wirklich gelesen hat, hoffnungslos ausgeliefert. Die Szenen sind ebenso dilletantisch geschrieben wie durch die uninspirierte Regie aneinandergeklatscht. Hier triumphiert nicht mal die Form über den Inhalt (wie es in billigen Hollywood-Komödien immerhin der Fall ist), hier ist man die ganze Zeit dabei sich zu fragen, was von beiden letztlich wohl schlechter ist. Das Leute, die sich mit dem Filmschaffen auskennen, an diesem Film beteiligt sind, mag man gar nicht glauben - das Ganze sieht mehr wie ein mittelmässiger Abschlussfilm einer Abiturklasse aus. Technisch-inszenatorische Raffinesse dürfte für Drehbuchautor und Regisseur ein Fremdwort sein. Dass aber gerade das in schwarzen Komödien, die selten über eine allzu anspruchsvolle Story verfügen, besonders wichtig ist, scheint dem Team um Detlev Buck entgangen zu sein.
Was dieser Film soll und will, bleibt letzlich unklar, denn er steht irgendwo zwischen Komödie, schwarzem Humor, und Parodie auf das spießbürgerliche Milieu. Doch keinen Anspruch kann er auch nur ansatzweise erfüllen, ist er doch weder lustig, noch gekonnt schwarz, noch bissig genug. Wie man's besser macht, konnte man etwa in der deutschen (!) Produktion "3 Chinesen mit dem Kontrabaß" sehen. Vielleicht hätte sich Buck den vorher mal anschauen sollen. Sollten übrigens auch all jene, die sich von dem Kinoabend das versprechen, was "LiebesLuder" nicht hält.

Unglaublich uninspiriert und unbedeutend


Wolfgang Huang