Sex oder Stirb
(Cherry Falls)

USA, 100min
R:Geoffrey Wright
B:Ken Selden
D:Brittany Murphy,
Michael Biehn,
Gabriel Mann,
Jay Mohr
L:IMDb
„Wow, das ist Hymen-Holocaust!”
Inhalt
In der beschaulichen Kleinstadt Cherry Falls geht ein Mörder um, genauer gesagt ein Jungfrauenmörder. Besonders bedroht ist Jodie (Brittany Murphy), deren Vater (Michael Biehn) der örtliche Sheriff ist. Und während Sherrif Marken intensiv darum bemüht ist, den Mörder zu finden, sind die Schüler der Highschool intensiv darum bemüht, ihre Jungfräulichkeit zu zu verlieren...
Kurzkommentar
Neues hat "Sex oder stirb" wahrlich nicht zu bieten, vielmehr ist es ein recht mäßiger Abklatsch der Scream-Reihe. Die wenigen eigenen Ideen sind zwar prinzipiell nicht untauglich, aber dürftig umgesetzt. Highschool-Slasher eben, nicht mehr, nicht weniger.
Kritik
Innovation und Teenage-Slasher, das scheint sich irgendwie zu widersprechen - letzlich funktionieren alle diese Filme nach identischem Grundschema. Sicher liesse sich das auch über so manch anderes Genre sagen, dennoch ist Vorhersehbarkeit für den Anspruch der Grusel-Filme, nämlich spannend und gruselig zu sein, nicht gerade die beste Vorraussetzung. Wie auch immer, "Sex oder stirb" bietet in diesem Bereich auch tatsächlich keine Überraschungen. Das der Film zudem mehr in Richtung Trash als in Richtung Kult gehen würde, ließ sich schon aufgrund des Casts erahnen: Die Jungdarsteller Jay Mohr -bekannt aus Saturday Night Live- und Gabriel Mann waren schon in solch formidablen Rohrkrepierern wie "200 Cigarettes", "Go" oder "Live Virgin" zu bewundern.
Die Idee, das die gesamte Schule aus Angst vor dem Jungfrauenmörder eine "Pop-your-cherry"-Party veranstaltet, hat noch ein gewisses Potential - das leider keineswegs ausgenutzt wird. So unglaubwürdig die ganze Veranstaltung umgesetzt wird, so peinlich ist sie auch. Sex unter Polizeiaufsicht, auf eine derart schwachsinnige Idee muss man erstmal kommen. Das einem aber natürlich die notwendigen derben Sex-Witze nicht erspart bleiben, war abzusehen, zumindest mit verbaler Unverblümtheit haben amerikanische Filme ja bekanntermassen kein Problem. Extrem negativ fällt aber auf, dass die Story über einige einige Charaktere und Schauspieler verfügt, auf die man besser ganz verzichtet hätte - Stichwort Freak-Faktor.
An Slasher-Kost bekommt das übliche geboten (Body-Count: 8), allerdings fällt auch die wenig innovativ aus, da gab es schon gruseligeres zu sehen. Unangenehm ist jedoch, dass die Brutalität kaum ironisch aufgehoben wird. Auch das letzlich enthüllte Motiv und die Beweggründe des Täters werden in einer Weise präsentiert, die eigentliche eine seriösere Behandlung verdient hätte. Und was den Täter (oder die Täterin) angeht, so funktioniert das alte Prinzip der Enttarnung recht gut: Man nehme einen zunächst gut erscheinenden Charakter, dessen Nennung auf dem Filmplakat unproportional zu seiner offensichtlichen Präsenz in der ersten Stunde des Films ist, und schliesse all jene aus, zu denen die Story deutliche Fährten legt - et voilà. Was dann neben Blut und Leichen noch bleibt, sind zahlreiche peinliche, viele schlechte und eine zu große Zahl langweiliger Szenen, spannend dürfte der Film nur für Neulinge im Genre sein.

Schwacher Slasher-Standard


Wolfgang Huang