Scream 3

USA, 116min
R:Wes Craven
B:Kevin Willaimson, Ehren Kruger
D:Neve Campbell,
David Arquette,
Courteney Cox,
Patrick Dempsey
L:IMDb
„Und denkt dran: In einer Trilogie ist niemand sicher. Selbst der Held kann im finalen Kapitel noch sterben ...”
Inhalt
Nach den Mordattacken, denen Sidney Prescott (Neve Campbell) immer wieder entkommen konnte, hat sie sich in ein einsames Haus in Kalifornien zurückgezogen, allein damit beschäftigt, sich im Leben wieder zurecht zu finden und die wiederkehrenden Alpträume über ihre Mutter zu verarbeiten.
Währenddessen geschehen am Set zum Film "Stab 3: Return to Woodsboro" weitere Morde, die unbestreitbar mit der realen Mordserie aus "Scream 1" zusammenhängen. Als Sidney merkt, daß sie selbst in ihrem hochgesicherten Haus nicht mehr sicher ist, beschließt sie die Morde endgültig mit ihrem Freund Dewey (David Arquette) und dessen Angebeteter Gale (Courteney Cox) aufzuklären.
Kurzkommentar
Ein typischer "Scream" nach bewährtem Strickmuster: zwar nicht sonderlich packend in seinen Einzelszenen, aber auch nicht lächerlich in seinen geringfügigen Spannungsmomenten. Diverse Gastauftritte und die Auflösung des Plotkonstrukts verdienen aber immerhin das Prädikat "Gut, aber für Fans".
Kritik
Setzt man voraus, daß das anvisierte Publikum von "Scream 3" sowieso nur aus Fans dieser oder ähnlicher Horrorserien besteht, so dürfte vom neuesten Schrei wohl niemand enttäuscht sein. Der Film erfüllt genau das, was man von ihm erwarten durfte und krankt "nur" am allgemein-überstrapazierten Genre und sonstigen diversen Kleinigkeiten. Wes Craven und die Drehbuchautoren Williamson und Kruger gingen keinerlei Risiko ein und bieten Horrorstandardkost, womit sie sich zumindest den Vorwurf der fehlenden Evolution gefallen lassen müssen. Der Psychoterror am Telefon wird ebenso ausgequetscht wie das übliche Standardreportoire: Randy tritt (erfreulicherweise) mal wieder als erklärendes Element auf (Thema diesmal: Trilogien), nur damit die Charaktere nachher trotzdem die immer gleichen Fehler begehen. Kleines Beispiel: wann lernen potentielle Opfer eigentlich, sich nicht aus Scherz gegenseitig zu erschrecken, wenn ein realer Mörder in der Nähe sein könnte ? Oder ist der Keller eines Hauses wirklich immer so vielversprechend, daß man glaubt, darin die Antwort zu finden ?

Wie auch immer: von einem "Scream"-Film erwartet man Schockmomente, knisternde Spannung, derbes Geschlitze und ab und zu mal 'nen lockeren Spruch. Zwar kann der dritte Teil nicht jedes dieser Element zur vollkommenen Zufriedenheit erfüllen, insgesamt kann man jedoch mindestens von solide in jedem der Bereiche sprechen. Von Perfektion ist das Horrorgemetzel natürlich weit entfernt - es fehlen einfach die teils meisterhaften Spannungsmomente. So schlecht der zweite Scream beispielsweise zum Ende hin auch sein mag, eine solch grandiose Szene wie das Überklettern des furchterregenden Mörders nach dem Autounfall konnte man bei "Scream 3" schon vermissen. Ein bißchen mehr Witz und vor allem eine Prise Ironie hätten auch nicht geschadet. So bleiben die Gastauftritte von Kevin Smith's Jay und Silent Bob, sowie von Carrie "Leia" Fisher noch die Witzigsten des ganzen Films ...

Nicht beschweren kann man sich hingegen über die Enthüllung des Mörders und damit auch des Konstrukts der gesamten Screamtrilogie. Sicherlich nicht bahnbrechend, aber doch recht innovativ. Wo sonst wurde beispielsweise die Vorstellung über die Plotverhältnisse einer ganzen Serie von Filmen umgekrempelt ? Gerade Scream-Fans dürfen sich den Teil also auf keinen Fall entgehen lassen ...

Wäre zudem die Zeit zwischen dem zweiten und dem dritten Schrei nicht mit Konkurrenzschlächtereien wie etwa "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast", "Düstere Legenden" oder diversen deutschen Ablegern ("Anatomie", "Flashback") gefüllt worden, würde "Scream 3" wohl deutlich frischer wirken. Leider ist das Genre des ewigen Geschlitze aber ausgepresster denn je und so wirkt der Film nur wie eine leicht bessere, weil etwas intelligentere Version der arg strapazierten Filmgattung. Nur für Fans also ein "Muß" ...

Guter Abschluß einer ausgelutschten Horrorserie


Thomas Schlömer