Familie Klumps
(Nutty Professor 2 : The Klumps)

USA 2000, 107min
R:Peter Segal
B:Barry W. Blaustein, Steve Oedekerk
D:Eddie Murphy,
Janet Jackson,
Larry Miller,
John Ales
„Was ist mit Viagra?" - "Wirkt bei mir nicht. Hab' ich gefressen wie Gummibärchen.”
Inhalt
Sherman Klumps (Eddie Murphy) ist ein beleibtes Genie, das unter Schizophrenie leidet. In seinen Genen ist sein anderes Ich, Buddy Love (Eddie Murphy), versteckt. Dieses macht seine Beziehung zur intelligenten Mitprofessorin Denise (Janet Jackson) zunichte. Sherman extrahiert deshalb mit einer äußerst cleveren Erfindung das Buddy Love Gen aus seinem Körper, doch dies hat unangenehme Konsequenzen. Der versehentlich Fleisch gewordene Buddy Love will Shermans andere geniale Erfindung, das Elixir der Jugend, stehlen, während dieser aufgrund des fehlenden Genes langsam auf das geistige Niveau seiner beständig furzenden Verwandten (alle Eddie Murphy) verblödet.
Kurzkommentar
Die Drehbuchschreiber sind mit diesem Machwerk für ihr Leben gezeichnet. Wer so eine unglaubliche Ansammlung an unlustigem Fäkalgelaber verfasst, sollte sich ernsthaft Gedanken über seinen Beruf machen. Fast zwei Stunden lang bekommt man die sexuellen Fantasien alter, dicker Menschen erzählt, unterbrochen von zahlreichen Furz-, Piss- und Kackszenen, wobei man damit sowohl den Inhalt als auch die Qualität der Szenen beschreiben kann.
Kritik
Wer auch immer dafür verantwortlich ist, dass dieses primitive Machwerk in die Kinos kam, muss auf jeden Fall ein riesiger Adam Sandler Fan sein. Der Humor in "Familie Klumps" ist ganz ungeniert von Sandler-Komödien wie "Big Daddy" abgekupfert, nur dass man das Niveau nochmal deutlich senken konnte, eine Leistung, die man bis vor kurzem für nicht möglich gehalten hat. Anstatt den soliden Stil des ersten Teils fortzuführen, beschränkt man sich auf primitivste Fäkalsprache ohne Pointen.

Wohin man in diesem Film auch schaut, man sieht Eddie Murphy, oder besser gesagt diverse Murphy-Mutationen. Das mag ja ganz aufwendig gewesen sein, aber wofür das ganze? Das Problem des Übergewichts wird eigentlich nur im Zusammenhang mit den sexuellen Fantasien bzw. Praktiken der älteren Klumps-Familienmitglieder erwähnt, die allerdings gut die Hälfte aller Dialoge im Film ausmachen. Die Möglichkeit der Sozialkritik wird vornehm umgangen. Der wissenschaftliche Teil des Films ist mehr als lächerlich. Anstatt, dass man es bei einigen Andeutungen beläßt, bekommt man ausführlich hanebüchenes Gengewäsch erzählt.

Schauspielerisch kann man in so einem Film sicher nicht viel erwarten, aber Janet Jackson schafft es locker, die Schauspielversuche ihrer Gesangskollegin Madonna zu unterbieten. Mehr als ihr strahlend weißes Lächeln in Richtung Kamera zu halten, konnte der Regisseur offenbar nicht von ihr verlangen. Aber auch Eddie Murphy darf zeigen, dass er immer brav die Zähne putzt.

Mag sein, dass die absolute Pointenarmut auf eine miserable Übersetzung zurückführbar ist. Fakt ist, die deutsche Fassung zeigt nichts davon, dass Eddie Murphy Gottes Geschenk an die Freunde des Schenkelklopferhumors ist. Wer auf Fäkalhumor und sexuelle Anspielungen in Komödie steht, sollte sich lieber zum zehnten Mal "American Pie oder "Verrückt nach Mary" angucken.

Unlustige Zelebrierung der Fäkalsprache


David Hiltscher