Wixxer, Der

Deutschland, 86min
R:Tobi Baumann
B:Edgar Wallace,Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka, Oliver Welke
D:Oliver Kalkofe,
Bastian Pastewka,
Olli Dittrich,
Thomas Fritsch
L:IMDb
„Und es kommt der Tag, da werden wir alle Wixxer sein.”
Inhalt
Tief in den Wäldern bei London liegt das mysteriöse BlackWhite Castle, eines der ältesten Schlösser Großbritanniens und das letzte noch bestehende Gebäude in schwarz-weiß. Vergessen von der bunten Welt, könnte der mächtige Herrscher und Obergauner Earl of Cockwood in dieser furchteinflössenden Gegend seinen üblen Machenschaften nachgehen – wären da nicht Doris und Dieter Dubinsky aus Bitterfeld. Das sächsische Traumpaar hat sich in jenen Wäldern verirrt und muss Schreckliches mit ansehen: Nicht nur verfolgt sie eine reißende Hundebestie, auch werden sie Zeugen eines kaltblütigen Mordes. Ein ominöser Lieferwagen überrollt den Mönch mit der Peitsche. Die Zuschauer ahnen es noch bevor Scotland Yard an den Ort der Geschehnisse kommt: DER WIXXER hat wieder zugeschlagen!
Kurzkommentar
Mit "Der Wixxer" gelingt TV-Veteran Oliver Kalkofe eine erstaunlich lustige deutsche Komödie, die nicht nur weitgehend frei von Peinlichkeiten, sondern auch über die volle Länge unterhaltsam ist.
Kritik
Als Satiriker im deutschen Fernsehen hat sich Kalkofe ja bereits seine humoristischen Sporen verdient - und auch wenn er als abendfüllender Schauspieler weniger überzeugt, ist "Der Wixxer" durchweg gelungen, vom selten dämlichen Titel mal abgesehen. Angelehnt an den Edgar-Wallace-Film "Der Hexer" ist der nicht nur an der Kinokasse peinliche Titel zum Glück der schlechteste Scherz des ganzen Films. Um für den Rest hohes Niveau zu garantieren, hat sich Kalkofe denn auch die Stars der deutschen Comedy-Szene gesichert. Und in der Tat: Ohne Pastewka und Dittrich wäre der Film bestenfalls halb so lustig - Kalkofe als Hauptdarsteller ist da nur leidlich komisch; eben mehr ein Kommentator denn ein waschechter Comedian.

Auch für Nicht-Fans oder -Kenner von Edgar-Wallace (die wahrscheinlich die Mehrzahl des Publikums stellen dürften) bleiben genug Gags übrig: Zahlreiche gelungene Anspielungen auf andere Filme der jüngeren (und älteren) Vergangenheit lassen nicht ganz unberechtigt Gedanken an eine gewisser Parallelität zur "Nackten-Kanone"-Reihe aufkommen. Dem gegenüber stehen eher fade Gags wie die Namen der zahlreichen Protagonisten, die allenfalls als billige Monty-Phyton-Kopie erscheinen. Glücklicherweise überwiegt die Zahl der abstrusen, aber urkomischen Ideen wie etwa des Schwarz-Weiss-Schlosses oder des Beinahe-Führers Hatler.

Auf der von Michael "Bully" Herbig los getretenen Welle, alte Kinoklassiker parodistisch neu zu verwursteln, reitet das Konkurrenzteam Kalkofe/Welke/Pastewka/Dittrich/Engelke mit vergleichsweise souveräner Sicherheit: Die Mehrzahl der Gags sitzt glücklicherweise, die erfahrene Besetzung bleibt sich und ihren Qualitäten treu, und so ist aus dem "Wixxer" eine deutsche Komödie geworden, die weit besser ist als ihr Ruf.

Unerwartet pointenreiche Edgar-Wallace-Persiflage


Wolfgang Huang