Prinz und ich, Der
(Prince & Me, The)

USA, 105min
R:Martha Coolidge
B:Katherine Fugate
D:Julia Stiles,
Luke Mably,
Ben Miller
L:IMDb
Inhalt
Paige Morgan (Julia Stiles) hat sich ihre Zukunft bis ins kleinste Detail ausgemalt: Die Collegestudentin bereitet sich auf ihr Medizinstudium an der Universität ihrer Heimat Wisconsin vor, um das Leben zu führen, von dem sie immer geträumt hat: Als Ärztin ohne Grenzen um die Welt zu reisen. Ihr neuer Kommilitone Eddie (Luke Mably) ist - was zunächst niemand ahnt - der Kronprinz von Dänemark, der seinem eingeengten Leben am Hof entfliehen will, bevor die Pflichten des Thronfolgers erfüllt werden müssen. Paige ist auf einer Farm im ländlichen Manitowoc aufgewachsen und fährt den Ford-Pickup ihres Vaters; Eddie ist zuhause im königlichen Palast in Kopenhagen und leiht sich gerne mal die Limousine der Königinmutter für eine Spritztour aus, wenn ihn sein Lamborghini langweilt. Als sich Paige und Eddie begegnen, prallen zwei Welten aufeinander - mit einem faszinierend explosiven Effekt: Zwischen den beiden sprühen die Funken, und das nicht nur im Chemiesaal. Als Eddie zurück nach Dänemark gerufen wird, um seinem erkrankten Vater beizustehen, steht Paige vor der Wahl, ihren lange geplanten Weg zu gehen - oder sich in das Abenteuer der Liebe mit allen ungeahnten Verpflichtungen zu wagen.
Kurzkommentar
Standardstory, Standardzutaten, Standardschauspieler, Standardklischees – Ergebnis? Genau, ein massenkompatibler, seichter, unbedeutender Standardfilm. Aber wer was fürs Herz braucht, kann durchaus Gefallen an dieser routinierten Standardware finden.
Kritik
Im Mai heiratet Prinz Frederik seine Lebensliebe Mary. Das Besondere daran: Frederik ist Prinz von Dänemark und zudem Thronfolger, zukünftiger König von Dänemark also. Mary jedoch ist eine bürgerliche australische Studentin, die er während einer Auslandsreise in einer Bar kennen gelernt hat. Doch die Liebe überwindet alle Hindernisse und die beiden werden glücklich.

Szenenwechsel: Eines Frühlings verliebt sich Edward unsterblich in Paige. Das Besondere daran: Edward ist Prinz von Dänemark und zudem Thronfolger, zukünftiger König von Dänemark also. Mary jedoch ist eine bürgerliche amerikanische Studentin, die er während einer Auslandsreise in einer Bar kennen gelernt hat. Doch die Liebe überwindet alle Hindernisse und die beiden werden glücklich.

Für alle, die sich nicht tagtäglich in der Welt des Hochadels bewegen: Die erste Geschichte hat sich real so zugetragen, Frederik und Mary gibt es tatsächlich. Die zweite aber ist die Handlung eines Kinofilms, der just eine Woche nach der Prinzenhochzeit in die Kinos kommt. Man kann sich dem Eindruck nicht entziehen, dass den Hollywood-Drehbuchautoren die innovativen Ideen endgültig ausgehen.

Andererseits, auf Innovation hatte es ''Der Prinz und ich'' nie abgesehen – wie Harvey Weinstein, einer der Bosse des Studios Miramax, einmal pragmatisch anmerkte, ist es die Sorte Film, die billig produziert wird, aufgrund des Standardschemas vergleichsweise risikolos ist und daher in genügender Zahl das Geld in die Kassen spült, das man braucht, um die wirklich guten Filme zu finanzieren.

Anders ausgedrückt: Julia Stiles kennt man eigentlich sowieso nur in einer Rolle, die sie in den letzten fünf Jahren immer wieder größtenteils unverändert zum Besten gegeben hat, nicht ohne eine gewisse routinierte Souveränität. Zugegeben, ich mag Julia Stiles. Warum, weiß ich nicht so genau. Und seltsamerweise mag ich sogar ihre Filme, obwohl ihr cineastischer Gehalt in der Kategorie »Bodensatz« rangieren, weniger, weil sie tatsächlich schlecht wären, im Gegenteil, sie sind routiniert und solide, sondern vielmehr, weil es eigentlich nur ein großer Film ist: »I, Carolina, love you because I'm down to you, although there are 10 things I hate about you, but, O, you're not Hamlet but my prince.«

So teilt sich die Kinogängerschaft in solche, die sich sogar noch an Romantik aus dem Baukasten nach Schema F und der weiterhin charmanten Julia Stiles erfreuen können, und den großen Rest.


Zuckersüße Lovestory nach Schema F


Wolfgang Huang