Wilkommen in Mooseport
(Welcome to Mooseport)

USA, 110min
R:Donald Petrie
B:Doug Richardson, Tom Schulman
D:Gene Hackman,
Marcia Gay Harden,
Ray Romano,
Maura Tierney
L:IMDb
„Leute, ich bin der Krisenmeister”
Inhalt
Erst wenn Esel plötzlich fliegen können, will Monroe Cole (Gene Hackman) seinen Ehrentitel aufgeben. Dass solche Wunder in Mooseport möglich sind, ahnt Mr. President nicht, als er sich nach zwei triumphalen Amtszeiten in das verschlafene Städtchen zurückzieht. Völlig überraschend lässt er sich zur Kandidatur als Provinzbürgermeister überreden und setzt sich ein weiteres Ziel: Cole will die Tierärztin Sally (Maura Tierney) erobern, deren langjährige Beziehung in einer Sackgasse steckt. Als Cole erkennt, dass er im Kampf um Amt und Amouren ein und denselben Rivalen hat, ist es zu spät für einen diplomatischen Rückzug. Von der Presse verfolgt, beginnt das politische und romantische Duell mit seinem Herausforderer. Installateur Handy Harrison (Ray Romano) ist gutmütig, naiv und nicht ernst zu nehmen. Weder als Sallys Freund noch als Amtsträger. Da ist sich Mr. President sicher. Doch wenn Esel fliegen können, ist alles möglich – in Mooseport.
Kurzkommentar
„Willkommen in Mooseport“ startet zweifelsohne nur wegen Gene Hackmann. Donald Petries beiläufigste Komödie hätte punkten können. Die Idee, einen Ex-Präsidenten aus libidinösen Gründen ins Rennen um die Provinzbürgermeisterschaft zu schicken, ist nicht ohne. Aber mehr als einen gut gelaunten Hackmann und unterbeschäftigte Nebendarsteller gibt es nicht zu sehen.
Kritik
Dieser Film ist zumindest so aufregend wie sein Titel, was nicht überrascht. Aber er ist auch nicht schlimmer. Interessant ist eigentlich nur, was Schauspielgrößen wie Gene Hackmann oder Oscarpreisträgerin Marcia Gay Harden („Pollock“) dazu bewog, sich von Regisseur Donald Petrie gewinnen zu lassen. Petrie ist der Mann für die Komödie in ihrer nettesten, also nebensächlichsten Form. „Der Onkel vom Mars“ und „Miss Undercover“ gehen auf sein Konto. Jener spielte immerhin über 100 Millionen Dollar ein, also wird es im nächsten Jahr eine schnell vergessene Fortsetzung geben, mit der sich Sandra Bullock aber auch nicht ins Bewusstsein zurückspielen dürfte. Schnell zur Sache kommt auch „Willkommen in Mooseport“ – stracks wird der Ex-Präsident ins Kuhdorf verfrachtet.

Klamotten um die ganz menschlichen Nöte des mächtigsten Mannes der Welt dürften ewig Konjunktur haben. Letztlich mit Grund. Dass Gene Hackmann in der ihm förmlich auf den Leib geschriebenen Rolle des Präsidenten Humor und Souveränität beweisen würde, war dann auch klar. Er ist Petries Trumpfkarte und füllt seine eindimensionale Rolle der Politikernatur, die auch im kleinsten Kabuff staatsmännische Glätte beweist, mit guter Laune aus. Das steckt über Strecken an. Tatsächlich hätte aus „Willkommen in Mooseport“ aber mehr als eine Kleinstfilm mit leidlichem Unterhaltungswert werden können, wenn Drehbuchautor Doug Richardson („Bad Boys“) mehr aus dem durchaus originellen Szenario herausgekitzelt hätte.

Witz hat der Einfall, den politischen Horizont von Welt- auf Provinzpolitik schrumpfen und „Mr. President“ darüber hinaus gegen einen eifersüchtigen Klempner im Rennen um die Bürgermeisterschaft antreten zu lassen. Dieses absurde Konfliktpotential hätte aus „Willkommen in Moosport“ eine spaßige Provinzposse machen können, aber Donald Petrie fehlen erneut die Spitzen. Auch bleibt der in den USA bekannte Fernsehschauspieler Ray Romano in der Rolle des hyperbiederen Heimwerkers mit politischem Lokalinstinkt zuweilen arg blass. Wirkliche pointenreiche Dialoge mit Hackmann gibt es auch keine, Höhepunkte hat die Klamotte somit nicht. Sie unterhält so seicht es nur geht und wirkt mit zunehmender Länge ideenlos, zumal die Liason von Handy und der hoffnungslos unterforderten Maura Tierney („Insomnia“) in der Rolle von dessen Frau zur Gänze überflüssig ist.

Zu diplomatisch-brave Kleinstkomödie


Flemming Schock