Wüste lebt, Die
(Living Desert, The)

USA (1953)
R:James Algar
B:James Algar, Winston Hibler, Ted Sears
D:Winston Hibler
L:IMDb
Inhalt
Fast das ganze Jahr hindurch herrscht in den riesigen Wüstengebieten im Hinterland der Sierra Nevada eine Trockenheit, die jedes Leben unmöglich zu machen scheint. Doch was dem menschlichen Auge als "tote" Natur erscheinen mag, erwacht vor dem magischen Auge der Kamera zum Leben: Pflanzen, die ihre Blätter aus ökonomischen Gründen, aber auch zu ihrer eigenen Sicherheit, in Dornen verwandeln, Vögel, die inmitten dieses natürlichen Schutzwalles ihre Nester bauen, Schildkröten, die gelernt haben, für eine lange Trockenperiode Flüssigkeit zu speichern. "Die Wüste lebt" ist eine Entdeckungsreise in das unbekannte Reich der Natur, die voller Wunder ist.
Kurzkommentar
Den Grundstein für eine Reihe von atemberaubenden Tier-Dokumentationen legte Disney-Regisseur James Algar hier mit "Die Wüste lebt". Mit einer kräftigen Prise (etwas kruden) Humors zeigte er 1954 in ihrem Detailreichtum bis dato unbekannte Naturaufnahmen und brachte die Tierwelt der Sierra Nevada dem Zuschauer auf ungemein dichte Weise näher. Auch wenn Winston Hiblers Kommentar die Tiere phasenweise zu sehr vermenschlicht ist die ironische Heransgehensweise an die Wunder der Natur durchaus begrüßenswert und sorgt für eine ebenso unterhaltsame wie faszinierende Dokumentation. Ausgezeichnet auf allen wichtigen Filmfestivals der Welt gewann Algars Film auch den ersten Oscar, der jemals für eine Dokumentation vergeben wurde. Es folgten beinahe im Jahresrhythmus fünf weitere Berichte über die Tiere dieser Welt, von denen manche als noch gelungener gelten wie dieser kleine Meilenstein.
(Thomas Schlömer)