Höchste Kirchturm des Universums, Der

Deutschland, 25min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Thomas Schlömer
B:Thomas Schlömer
D:Flemming Schock,
Thomas Schlömer
„Das Problem ist ja: diese ganzen geistigen Bauten sind heutzutage nicht mehr geistig aufgeladen”
Inhalt
Was als simpler Videogruß an ihren Kumpel Wolfgang geplant war, entwickelte sich zu einer körperlichen Leistung der Superlative: Flem (Flemming Schock) und Thomas (Thomas Schlömer) besteigen am 26. Juli 2003 das Ulmer Münster und wollen damit nicht nur ihre eigenen Grenzen ausloten, sondern auch ihrem Freund Tribut zollen, der diesem historischen Moment nicht beiwohnen konnte. Todesmutig, aber auch grenzenlos naiv, wollen sie 600 Jahre altes Gemäuer ersteigen und von ganz oben, vom höchsten Kirchturm des Universums, die Stadt betrachten und einen weiten Gruß aussenden. Die ersten fünfzehn Stufen läuft noch alles nach Plan, doch dann macht sich die erste Erschöpfung breit. Werden sie es dennoch schaffen?
Kurzkommentar
In seinem Regiedebüt legt der erst 25-jährige Thomas Schlömer ein meisterhaftes Porträt zweier naiver, aber grenzenlos gutmütiger Freunde vor, die mit ihrem Leben schon abgeschlossen hatten als ihnen der Gruß an den abwesenden Freund neuen Lebensmut einflösste. Was vordergründig als wegweisender Spannungsfilm mit hochpräzisem Handwerk in die Geschichte des Dokumentarfilms eingehen wird, wird auf seiner Subebene zudem zu einem symbolträchtigen wie tiefsinnigen Essay über Größenwahn, Selbstüberschätzung und den Sinn des Lebens. Ein hochbeachtlicher Erstlingsfilm, der, wenn er auch nur einem kleinen Publikum zugänglich ist, unzweifelhaft seine Spuren in der Filmlandschaft hinterlassen wird.
(Thomas Schlömer)