Soldat James Ryan, Der
(Saving Private Ryan)

USA, 170min
R:Steven Spielberg
B:Robert Rodat
D:Tom Hanks,
Tom Sizemore,
Edward Burns,
Matt Damon
L:IMDb
„It's like finding a needle in a stack of needles.”
Inhalt
Familie Ryan, die vier Kinder in den 2. Weltkrieg geschickt hat, ist vom Schicksal getroffen worden: drei der vier Söhne lassen bei der "erfolgreichen" Stürmung der Normandie ihr Leben. Hochrangige Militärs beschließen, daß die Mutter nicht auch noch den vierten Sohn, James Francis Ryan, der Hölle des Krieges opfern muß, und beschließen eine Rettungsaktion zu starten.
Kritik
"Der Soldat James Ryan" hätte gut werden können -hätte Spielberg auf 150 von 170 Minuten verzichtet. Es wurde oft genug geschrieben, das jene ersten 20 Minuten eine brachiale Wirklichkeitsgewalt entfalten, die ihresgleichen sucht. Man mag darüber diskutieren, ob die offen dargestellten Gewaltexzesse wirklich notwendig sind, um das Grauen des Krieges zu vermitteln, aber zweifellos nehmen sie jedem Zuschauer seine Illusion.

Doch es bleiben zwei Kritikpunkte: Zum einen die restlichen 150 Minuten, die irgendwo zwischen unbedeutend und pervers patriotisch schwanken. Besonders die umrahmenden Szenen samt unvermeidlicher amerikanischer Flagge lassen die Frage aufkommen, ob hier nicht die eigentliche Botschaft ins Gegenteil verkehrt wird, in dem der so bildgewaltig dargestellten Sinnlosigkeit des Krieges die Absolution durch den Verweis auf Vaterland und vermeintlich ideelle Ziele erteilt wird.

Zum zweiten bleibt mir persönlich doch ein schaler Nachgeschmack, wenn ich auf das Werk Spielbergs blicke. Es mischen sich hier Filme, deren Funktionsmechanismus ausschließlich auf Gewalt-Voyerismus (wie etwa bei JurassicPark 2) beruhen mit solchen, denen man eine gewisse 'moralische Erwünschtheit' zusprechen kann (Schindlers Liste, James Ryan). Und sicher nicht ganz unberechtigt drängt sich die Frage auf, ob Spielberg nicht auch einen Film über das Planktonsterben gedreht hätte, wäre dies ein heißdiskutiertes und aktuelles Thema. Irgendwie scheint mir hier die Profilierungssucht über die Seriosität zu siegen, Krieg verkauft sich eben doch am besten.
Wolfgang Huang