Italian Job, The - Jagd auf Millionen
(Italian Job, The)

USA, 111min
R:F. Gary Gray
B:Donna Powers, Wayne Powers, Troy Kennedy-Martin
D:Mark Wahlberg,
Edwart Norton,
Charlize Theron,
Seth Green,
Donald Sutherland
L:IMDb
„I trust everyone. It's the devil inside the person I don't trust.”
Inhalt
Charlie Croker (Mark Wahlberg) ist ein Meisterdieb. Gemeinsam mit seinen Komplizen Lyle (Seth Green), Handsome Rob (Jason Statham), Left-Ear (Mos Def) und Steve (Edward Norton) sowie seinem väterlichen Mentor John (Donald Sutherland) hat er gerade bei einem Aufsehen erregenden Coup in Venedig Goldbarren im Wert von 35 Millionen Dollar erbeutet. Doch die Freude über den Reichtum währt nur kurz. Auf einer abgelegenen Gebirgsstraße entpuppt sich der vermeintliche Freund Steve plötzlich als Verräter. Skrupellos erschießt er John und treibt seine Ex-Komplizen mit ihrem Jeep ins eiskalte Wasser eines Gletschersees. Nur durch Zufall können Charlie, Lyle, Rob und Left-Ear überleben. Ein Jahr später gelingt es den bestohlenen Dieben, Steves Spur aufzunehmen. Der Killer hat sich in einer bestens bewachten Villa in Los Angeles verschanzt. Doch keine Alarmanlage, kein Wachmann und keine noch so bissigen Bluthunde können Charlie bremsen: Er ist fest entschlossen, dem Verräter sein Gold wieder abzunehmen.
Kurzkommentar
Als Remake mit einem soliden B-Cast (und einem gelangweiltem Edward Norton) erfüllt »The Italian Job« locker die Mindestanforderungen einer harmlosen, unterhaltsamen Krimikomödie. Wer nicht mehr erwartet, kann durchaus Gefallen an dem Film finden.
Kritik
Filme von F. Gary Gray teilen ein markantes Charakteristikum: Den Vorspann, der stets im gleichen Stil gehalten ist. In Form einer Collage führt er den Zuschauer bereits in das Setting ein, erzählt über die Welt, in die man sich begibt. Diese durchaus geschickte Methode sieht man bei »Verhandlungssache«, »Extreme Rage« und nun auch bei »Italian Job«. Ansonsten haben diese Filme nicht viel gemeinsam, von ihrem mittelmäßigen Kassenerfolg mal abgesehen. Während »Verhandlungssache« mit dem Psychoduell von Kevin Spacey und Samuel L. Jackson und einer genial verzwickten Story aufwartet, verliert sich »Extreme Rage« in den Unglaubwürdigkeiten seiner Handlung und den machoistischen Manierismen seine Hauptfigur respektive ihres Darstellers, Vin Diesel.

»The Italian Job« hingegen ist ein ordentliches Remake ohne Ambitionen. Fast entsteht der Eindruck, der Film sei eines jener ökonomisch initiierten Vehikel, die weder Kritikerlieblinge noch Kassenknüller werden, aber mit ihrem kalkulierbaren Überschuss (dank der preiswerten Produktion) die Kasse für ambitiösere Produkte füllen.

Wer also einen cleveren, packenden Film auf dem Niveau von »Verhandlungssache« erwartet, sieht sich alsbald enttäuscht. Der Spielraum für Regisseur Gray dürfte bei diesem Remake denn auch eher eingeschränkt gewesen sein, und gleiches gilt für die Möglichkeiten der Story. Mehr Dispositionsmöglichkeiten bestanden dagegen bei der Besetzung, und hier bewiesen die Produzenten ein glückliches Händchen. Angesichts der Preisvorgabe entstand ein sehr passabler Cast, der zudem gut miteinander harmoniert, vor allem auf Seiten der »Gang«. Edward Norton hingegen zeigt nur mittelmäßige Begeisterung für seine Rolle - da hat man ihn eigentlich in jedem anderen seiner Filme besser gesehen. Auf der Gegenseite stimmt die Chemie aber, und die erstaunlich pointierten Dialoge helfen dem Film deutlich.

Als nervig erweist sich hingegen das überaus penetrante Product Placement, auch wenn es sogar Teil der Story ist - nach dem zweiten Einsatz der Minis (Autos) verliert die Idee dann ihren Reiz. Ein ebenfalls nur zum Teil ausgeschöpftes Potential bieten die Drehorte, die vor allem den deutschen Zuschauern in ihrer Bedeutung teils verschlossen bleiben dürften. Die Szenen der Helikopter-Auto-Ampel-Verfolgungsjagd spielen nämlich direkt in Hollywood selbst, so nah wie nur irgend möglich. Mann's Chinese Theatre, in dem lange Jahre die Oscars vergeben wurden und in dem noch heute fast alle Filme ihre Premiere feiern, ist prominent im Blickfeld, und auch die neue Heimstatt des Oscars, die enorme Mall Hollywood & Highland, in der sich Teile der Verfolgungsjagd abspielen. Der Reiz der Lokalität wird aber leider nur ansatzweise genutzt.
Somit fällt »The Italian Job« eindeutig in die Kategorie »ordentliche Abendunterhaltung«, die kaum die Gemüter erhitzen wird, bei nicht allzu hoch angesetzten Erwartungen aber durchaus für einen unterhaltsamen Abend taugt.

Überdurchschnittliche Standardware


Wolfgang Huang