Thomas Crown Affäre, Die
(Thomas Crown Affair, The)

USA, 113min
R:John McTiernan
B:Alan Trustman, Leslie Dixon, Kurt Wimmer
D:Pierce Brosnan,
Rene Russo,
Denis Leary,
Ben Gazzara
L:IMDb
„Wo ist dieser Dreckssack?!”
Inhalt
Finanzgenie und Multimillionär Thomas Crown (Pierce Brosnan) liegt dank seiner Finanzkraft eine ganze Welt zu Füssen. Doch wenn das Geld keine Rolle mehr spielt, das Zermalmen von Kleinfirmen und Fusionieren den montonen Alltagsrythmus diktiert, sucht das Bonzentum seinen Adrenalinkick in der Kriminalität. Crown spielt also einen gewieften Kunsträuber, der sich aus selbstgefälliger Liebhabermotivation das erste Werk der impressionistischen Kunstepoche, Monets 'San Giorgio Maggiore Soleil Couchant', aus der städtischen Kunstgallerie dank eines gefuchsten Planes unter den Nagel reisst. Da Monets kunsthistorische Zäsur mit 'geringen' 100 Millionen Dollar versichert war, wird dem ermittelnden Detective McCann (Dennis Leary) die erotische Versicherungsagentin Catherine Banning (René Russo) zur Seite gestellt. Sofort beginnt sie, die bürokratisch ineffizienten Polizeiermittlungen zu kompromittieren und setzt Kombinationsgabe und die Waffen einer Frau ein, um den Täter dingfest zu machen. Bald ist sie dank ihres Intellekts sicher, dass Crown den Kleptomanen spielt. Dieser scheint in ihr nicht nur eine würdige Gegnerin, sondern auch seine Liebe gefunden zu haben.
Kritik
Unverständlich, und damit symbolisch für den ganzen Film, wieso Crown unbedingt einen Monet klauen musste: Die Szenen des Films, die an Monet erinnern, sind die schwächsten, und leider auch noch in der Mehrzahl. Spass macht der Film an jenen Stellen, die sich vom Stil Magrittes inspiriert sind: Etwa die Eingangssequenz, in der man, wie schon dutzende Male, einen gut geplanten und choreographierten (und deshalb langweiligen) Einbruch sieht. Die Raffinesse besteht darin, dass dieser Einbruch durch geschnickten Schnitt auf mehr als 10 Minuten gedehnt wird, während der eigentliche Diebstahl -ganz im Kontrast dazu- binnen Sekunden sehr elegant abläuft. So hätte man hoffen können, dass dieser scharfsinnig-ironische Stil, das magritte-hafte auch den Rest durchzieht. Doch leider überwiegt dann die Monet'sche Süsse (und nach einiger Betrachtung leider auch deren Belanglosigkeit): nach einer Stunde spätestens hat man genug vom "sinnlichen Duell" zwischen Crown und Banning, doch leider geht es noch weiter. Erst gegen Ende dann wieder die Rückkehr zum Witz des Anfangs, zum Spiel mit dem Zuschauer, wunderschön ausgeführt in Crowns raffinierter Rückgabe des Bildes, die mit Illusion und Verwirrung wunderbar spielt. Diese kapriziösen Momente haben mir excellent gefallen, der Rest leider nicht. Schade drum, denn dank dieser tollen Ansätze hätte "Die Thomas Crown Affäre" durchaus Chancen gehabt, sowohl gegen Brosnans Bond-Image als auch gegen das ähnliche (aber zu biedere) "Verlockende Falle" zu bestehen.
Wolfgang Huang