51st State, The
(Formula 51)

USA / Kanada / UK, 92min
R:Ronnie Yu
B:Stel Pavlou
D:Samuel L. Jackson,
Robert Carlyle,
Rhys Ifans,
Emily Mortimer,
Meat Loaf
L:IMDb
„I told you to take care of him, not to fucking take care of him.”
Inhalt
Mit der Formel für die ultimative Droge im Gepäck macht sich Elmo McElroy (Samuel L. Jackson) auf nach Großbritannien, um das Geheimnis gewinnbringend zu verkaufen. Als Mittler dient dabei der Kleingangster Felix DeSouza (Robert Carlyle). Doch da Elmo seinen bisherigen Kunden (Meat Loaf) leicht verärgert zurückgelassen hat, gestaltet sich das Ganze etwas komplizierter als gedacht, zumal die angeheuerte Killerin (Emiliy Mortimer) auch noch die Ex von Felix ist.
Kurzkommentar
Im Wesentlichen ist "Formula 51" zu laut, zu wirr, zu krude und ausserdem völlig unnötig. Gerade das aber verschafft ihm schon wieder etwas Charme und stellenweise großartig abstrusen Witz. Dabei hat der Film dies hauptsächlich Robert Carlyle zu verdanken.
Kritik
Neben genug hausgemachten Problemen steht zu befürchten, dass "Formula 51" die Synchronisation nicht überleben wird. Denn bereits nach wenigen Minuten wird offensichtlich, dass Kinodrehbuch-Debütant Stel Pavlou im Wesentlichen zwei Ziele hatte: Erstens, möglichst oft das Wort "fuck" einzubauen, ob es nun passt oder nicht, zweitens, möglichst viele abstruse Akzente zu verwenden.

Erstaunlicherweise funktioniert diese Taktik sogar - ich fand die Dialoge recht erheiternd; zugegebenermaßen kamen sie bei der amerikanischen Kritik nicht gerade besonders gut an. Ansonsten besteht die dramaturgische und inszenatorische Leistung von Pavlou und Regisseur Yu im Wesentlichen darin, von Guy Ritchie und Quentin Tarantino zu klauen, und das nicht besonders gut. "Formula 51" belegt recht eindrucksvoll, dass man auch wenn man die meisten Elemente der Vorbilder - gute "Indie"-Schauspieler, abgedrehte Story im Gangstermilieu, Gewalt, Drogen, Sex, Coolness - zur Verfügung hat, noch lange keinen sonderlich gelungenen Film erreicht. "Formula 51" versucht penetrant, möglichst cool zu sein; doch je mehr er es versucht, desto weniger ist er es, zwangsläufig. Schnelle Schnitte, penetrante Musik und viel "fuck" helfen da auch nicht mehr.

Carlyle rettet den Film vor dem völligen Versagen. Obwohl seine Darbietung nicht sonderlich bemerkenswert ausfällt, verglichen etwa mit "Begbie", so gibt wenigstens sein Image als kauziger Engländer der Rolle etwas Substanz. Jackson dagegen, der angeblich nach dem Lesen des Drehbuches das Projekt erst in Gang brachte, wirkt im weiteren Verlauf des Films mehr und mehr gelangweilt, als ob er langsam gemerkt hätte, dass "Formula 51" kein zweites "Pulp Fiction" wird. Und Rhys Ifans spielt - mal wieder - einen Freak, diesmal einen Yoga- und Fussball-vernarrten Drogendealer: ganz amüsant, aber auch nicht der große Wurf.

Letztlich scheitert "Formula 51" an seinem Drehbuch - es weist schlicht nicht so viel Witz und Rafinesse auf wie seine Vorgänger. Neues und Eigenes hat es gleich gar nicht zu bieten. So sind die äußeren Elemente nichts als eine seelenlose Reprise auf die Genregrößen, ohne Geist, ohne Eigenständigkeit, ohne Dauerhaftigkeit, und allenfalls kurzfristig kurzweilig.


Mäßig gelungene Gangsterkomödie im Guy-Ritchie-Stil


Wolfgang Huang