Sexy Beast

UK / Spanien, 88min
R:Jonathan Glazer
B:Louis Mellis, David Scinto
D:Ray Winstone,
Ben Kingsley,
Ian McShane,
Amanda Redman
L:IMDb
„Doch. Doch. Doch. Doch. Doch. Du machst den Job!”
Inhalt
Obwohl Gal (Ray Winstone) schon im Ruhestand ist, will ihn der psychopathische Don (Ben Kingsley) unbedingt für einen letzten Job haben. Doch Gal weigert sich - das kann Don nicht akzeptieren, und so muss er zu härteren Mitteln greifen.
Kurzkommentar
Trotz hohen Lobes von vielen Kritikern konnte mich "Sexy Beast" kaum begeistern. Ben Kingsley nervt hauptsächlich, Ray Winston langweilt, und der ach so tolle Plan erwiest sich als wohl dämlichste Einbruchsidee der Filmgeschichte. Und schöne Frauen gibts auch keine...
Kritik
Was Teile der Filmkritik an "Sexy Beast" finden, bleibt mir schleierhaft - mit den wirklich gelungenen Vertretern der schwarzen Komödie kann er es keinesfalls aufnehmen. Die Idee, dass ein psychopathischer Gangster einen ausgestiegenen Kumpel zu einem letzten Coup überreden soll, ist ja ganz nett - nur, dass ausgerechnet Gandhi Kingsley diesen Part übernehmen musste, ist eine selten dämliche Idee. Schubladen hin, Character Casting her, das wäre vielleicht was für Joe Pantoliano oder meinetwegen Steve Buscemi gewesen, aber Kingsley sieht man das angestrengte psychopathisch Sein derart an, dass einem das Wort Glaubwürdigkeit gar nicht erst in den Sinn kommt. Ray Winstone als Gangster-Pensionär kommt zu Beginn zwar reichlich relaxt daher, doch nach knapp 90 Minuten nervt auch das (nur Jeff Bridges kann über die volle Länge eines Filmes relaxt sein).

Das Schlimmste jedoch: Die Story scheitert daran, dass der Plan, für den Gal angeblich gebraucht wird, so strohdumm ist, dass man ihn auch mit mit jedem anderen hätte ausführen können. Von der restlichen Schwachsinnigkeit mal abgesehen. Aber was solls, wo die Plot-Lücken sind, wird der Film konsequent (immerhin) mit Sex und Gewalt angereichert. Man kann das richtig und gekonnt machen, oder so wie Regie-Debutant Jonathan Glazer in "Sexy Beast". Beide Elemente kommen reichlich unmotiviert daher, Lückenfüller, und genretypische Parts, doch ohne wirklich eingebunden zu werden (man denke an Dons letzte Worte - so ein Krampf).

Fügt man dann noch ein paar Unverständlichkeiten wie herumhampelnde Menschen in Hasengestalt mit Maschinengewehren und verwirrte Gangsterbosse ein, dann erreicht man anscheinend mit Erfolg, dass manche Kritiker, die nicht zugeben wollen, den Film, nicht kapiert zu haben (wie auch), ihn stattdessen über den grünen Klee loben.

Nein, so wird das nix - ein Mindestmaß an Sinn muss auch das Sinnlose beinhalten. Genaugenommen, je grotesker, desto durchdachter. "Sexy Beast" ist eine schwarze Gangsterkomödie für Anspruchslose, die sich mit Genregrößen wie "Bube, Dame, König, grAs" oder "Wild Things" nicht messen kann. Da hilft auch abstruser Klamauk nicht.

Dämlich mißlungener Versuch einer schwarzen Komödie


Wolfgang Huang