Transporter, The

USA, 94min
R:Louis Leterrier, Corey Yuen
B:Luc Besson, Mark Robert Kamen
D:Jason Statham,
Qi Shu,
Matt Schulze,
Ric Young
L:IMDb
„What kind of shit am I in? - Deep shit!”
Inhalt
Frank Martin (Jason Statham), Ex-US-Soldat, ist der "Transporter": Als Kurier der besonderen Art befördert er, was immer gewünscht ist, und zwar ohne Fragen zu stellen. Doch eines Tages bricht er eine seiner eigenen Regeln: Er öffnet eines der Pakete. Als sich der Inhalt als wunderschöne Frau (Qi Shu) entpuppt, steckt in großen Schwierigkeiten.
Kurzkommentar
Die Handlung von "The Transporter" ist nichts als eine mühsam und hastig um die Action gewickelte Verpackung, um wenigstens irgendeine Rechtfertigung für die Anneinanderreihung tumber Klopp-Szenen zu haben. Das ist dann schon alles. Ach ja: die Action ist ganz nett.
Kritik
Von seinen früheren Meisterwerken (La Femme Nikita, The Professional) oder immerhin noch sehr unterhaltsamen Streifen wie "Das 5. Element" ist Luc Besson (Produzent und Drehbuchautor) inzwischen weit entfernt. Spätestens mit dem zweifelhaften "Joan of Arc" begann der Abstieg, und seither sah man nur noch grenzwertige französische Komödien. Doch Besson zehrt noch von früherem Ruhm, und so wurde "The Transporter" von manchen regelrecht herbeigesehnt. Leider vergebens, denn ausser Action hat der Film eigentlich nichts. Handlung, darstellerische Werte oder gar raffinierte Inszenierung oder cineastische Werte braucht man noch nichtmal mit der Lupe suchen, es ist nämlich offensichtlich, dass sie für the "Transporter" nie vorgesehen waren.

Die Story ist nicht nur hanebüchen, sondern leider auch allzu absehbar. Die Erklärung für den ganzen Trubel erscheint "moralisch" ein wenig zu hoch gegriffen, immerhin geht's vorher nicht eben zimperlich zur Sache und über den Wert eines Menschenleben wird nicht allzu viel nachgedacht. Naja, es müssen ja auch nur die Bösen dran glauben, denn wie immer geht der Held ohne größere Kratzer aus sämtlichen leinwandfüllenden Katastrophen hervor, während die Feinde nur so ins Nirvana purzeln. Die recht angeklatschte Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten ist nicht wirklich erwähnenswert und Shu Qi, in China für eher halbseidene Rollen bekannt, ist denn auch wenig mehr als ein Schauwert.

So ist alles, was bleibt, die Action. Die ist, wie es heute anscheinend unvermeidbar ist, irgendwie diffus asiatisch beeinflusst, und ansonsten durchaus solide - nachdem Bruce Willis in Rente gegangen ist und auch Jackie Chan sichtbar altert, ist Jason Statham wohl das Beste, was man momentan kriegen kann - und zum Glück nicht so Testosteron-aufgepumpt wie Vin Diesel. Wem also der Sinn nicht nach viel mehr strebt als Action, kann durchaus Gefallen finden an "The Transporter".

Zunächst wirkt der Film wie eine verlängerte Variante der BMW-Filme (www.bmwfilms.com), doch schon bald stellt sich heraus, dass diese deutlich mehr Rafinesse besitzen als "The Transporter" - was bei einem vergleichenden Blick auf die Regisseure dann auch nicht wirklich verwundert. Der Film ist also nur etwas für diejenigen, die Willis' Wechsel ins Charakterfach noch heute beweinen und an den BMW-Filmchen hauptsächlich die explosiven und adrenalinhaltigen Szenen schätzen.

Action. Mehr Action. Noch mehr Action. Sonst aber gar nichts.


Wolfgang Huang